Anis eine Heilpflanze

Anis – Heilpflanze des Jahres 2014!

Anis mag man sehr gerne riechen oder kann den Geruch gar nicht leiden, da ist kaum Platz dazwischen. Er kann den Appetit anregen oder nach dem Essen die Verdauung unterstützen. Anis eine Heilpflanze

Wer kleine Kinder hat, verfügt vielleicht über Anis-Tee im Haus oder über die bewährte Mischung Anis-Fenchel-Kümmel-Tee, denn auch in diesem Fall soll er bei Unwohlsein und Blähungen helfen. In der Weihnachtsbäckerei finden wir nach Anis duftende Plätzchen wieder.

Gekürt zur „Heilpflanze des Jahres 2014“ wurde Anis vom NHV Theophrastus. Sein Anliegen ist es interessierte Menschen auf eine der ältesten Gewürz- und Heilpflanzen aufmerksam zu machen.

Eine Heil- und Gewürzpflanze in früheren Kulturen

Anis (Pimpinella anisum) wächst schon seit Jahrtausenden auf unserem Planeten und wurde früher sogar Göttern geopfert. Die Ägypter erwähnten Anis in ihren Schriften schon früh als Heilmittel. Es war üblich den auch als „süßen Kümmel“ bekannten Anis zum Essen zu kauen, um die Verdauung zu fördern.  Als Bestandteil von Theriak, einer Arznei, sollte diese gegen Krankheiten und Vergiftungen genutzt worden sein.

So berichtet es Plinius der Ältere in der Naturalis Historia. Die Römer kannten ihn in Form von gezuckerten Früchten und aßen sie nach schweren Mahlzeiten. Während der Antike in Griechenland benutzte man Anis schon als Gewürz und zum Backen von süßem Brot und Kuchen.  

Man geht davon aus, dass wandernde Benediktinermönche den Anis, wie so viele andere Heilpflanzen, in Europa „eingeführt“ haben (ca. 800 n. Chr.). So wurde er auch Paracelsus bekannt, der ihn zur Stärkung in Kombination mit Fenchel einsetzte, aber auch als Abführmittel nutzte.

Um 1500 herum, wurde er als hilfreich bei Wassersucht, geblähtem Bauch und Beschwerden des Magens betrachtet. Im Mittelalter schrieb man der Pflanze auch eine potenzfördernde Funktion zu und sie wurde sehr teuer gehandelt. Damit aber nicht genug, konnte man die Ausdünstungen seines Atems mit Anis verbessern und als Tonikum aufgetragen auch sein Aussehen verjüngen.

Wie man in Kräuterbüchern aus dem 16. Jahrhundert nachlesen kann, hatte Anis auch seinen Stellenwert gegen Leberprobleme, Zahnfleischerkrankungen und Probleme mit den Atmungsorganen. Man findet sogar äußerliche Anwendungen beschrieben, bei Kopf- und Ohrenschmerzen und zur Versorgung von Tierbissen. In den späteren Jahren entdeckte man seine schleimlösenden und milchtreibenden Eigenschaften.

Äußere Erscheinung und Heimat

Anis gehört zur Familie der Doldenblütler. Seine Heimat hat er im südöstlichen Mittelmeerraum bis nach Asien. Er gedeiht in sonnenreichen Ländern besonders gut und wird auf großen Flächen in den Ländern des Mittelmeerraums auch heute noch angebaut. Im vorderen Orient, in Indien im südlichen Russland und Mexiko wird Anis ebenfalls kultiviert.

Die Pflanze ist einjährig und wird etwa 50 cm hoch. Im Juli und August erblühen die weißen Dolden. Anis duftet angenehm, was ihn vom ähnlich aussehenden giftigen Schierling unterscheidet. Ab August sind die kleinen, bräunlichen Samen erntereif. Sie ist nicht nur Heilpflanze, sondern wird auch gern als Gewürz verwendet. Der süßlich-herbe Geschmack gibt Brot oder Kuchen die richtige spezielle Würze.

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Anis als Naturheilmittel in der heutigen Zeit

Als Hausmittel wird Anis meist bei Problemen der Atemwege und der Verdauung eingesetzt. Er kann aber noch weit mehr, denn das enthaltene ätherische Öl wird gerne für medizinische und kosmetische Zwecke angewendet. Er duftet süßlich nach Fenchel und die Früchte, samt allen oberirdisch wachsenden Teilen, enthalten bis zu 98% Anethol, das die Grundlage bildet für seine Anwendungsbereiche. Das ätherische Öl kann Krämpfe und Schleim lösen und gegen Bakterien wirken.

Magen und Darm

Anis wirkt regulierend im Magen-Darmbereich, denn seine Wirkstoffe neutralisieren schädigende Keime und Bakterien und verringern dadurch die Bildung und Stauung von Gasen. Der Effekt ist eine Entkrampfung des gestressten Bereiches. Die Anisfrüchte haben die wunderbare Eigenschaft direkt auf die Drüsen der Schleimhäute zu wirken und der Erfolg zeigt sich durch die bessere Verdaulichkeit der Speisen.

Dies hängt auch mit seiner Wirkung auf den Fettstoffwechsel zusammen, die in Studien nachgewiesen wurden. Eine weitere Studie belegte sogar, die gute Wirkung des ätherischen Öls von Anis, in Bezug auf den Helicobacter. Denn es gelingt ihm diese Bakterien abzutöten.

Nervenerkrankungen

Die Wirkung von Anis im Bereich der Nervenerkrankungen ist weniger bekannt. Nach einer Studie ist das ätherische Öl der Anisfrüchte in der Lage, epileptische Anfälle hinauszuzögern. Die Muskeln entkrampfen sich durch Anis und verringern die Schmerzen der Patienten. Da aber Anis auch die Wirkung von Psychopharmaka herabsetzen oder sogar aufheben kann, muss vor einer Einnahme ein Arzt befragt werden.

Bakterien

Dass Anis gegen Bakterien wirkt, ist schon seit sehr langer Zeit bekannt. Interessant ist aber auch das ätherische Öl und damit der Wirkstoff Anethol, denn dieser besitzt ebenfalls pilzhemmende Eigenschaften. Zwar sind die die Effekte geringer als bei Antibiotika, aber die Wirkung von Fungiziden kann das Öl deutlich steigern.

Er bietet sich auch für die Mundhygiene an. Mit Anis-Tee zu Gurgeln hilft gegen Infektionen und macht den Atem wieder frisch.

Husten

Wer unter Husten und Bronchitis leidet, kann mit Anisöl und Anis-Tee Abhilfe schaffen. Man kann das Öl sehr gut zum Inhalieren benutzen, denn es löst in der Folge Krämpfe beim Husten und hemmt Entzündungen. Die Flimmerhärchen der Atemwege werden angeregt, den Schleim heraufzuholen und erleichtern das Abhusten.

Wer in der Menopause unter Hitzewallungen leidet, kann sich mit drei Kapseln Anisextrakt (100 mg) pro Tag helfen.

Fazit: 

Die Wirkung von Anis beruht auf dem ätherischen Öl Anethol. Er fördert den Auswurf, wirkt schwach krampflösend und verdauungsfördernd, sowie antibakteriell und antiviral.

Anwendungen und Gegenanzeigen

Teezubereitung

Ein TL Anis-Samen (mit dem Mörser zerkleinert) mit kochendem Wasser (1 Tasse) überbrühen und 10 Minuten ziehen lassen. Danach abseihen und in kleinen Schlucken trinken. Zweimal täglich zu den Mahlzeiten genossen, wirkt er bei Magen-Darm-Beschwerden und Problemen mit den Atemwegen.

Anis-Öl

Wer unter sehr starken Blähungen leidet, kann sich mit 2-5 Tropfen Anisöl in seinem Tee helfen. Wer häufiger Bauchschmerzen hat, kann sich ein Massageöl herstellen. Man nimmt 1 TL Olivenöl und versetzt es mit wenigen Tropfen Anis-Öl, danach massiert man sich den Bauch damit, bis er sich beruhigt hat. Man kann auch eine geeignete Creme dafür nehmen und es für Brusteinreibungen bei Husten verwenden.

Für eine Inhalation gibt man 5 Tropfen Anis-Öl in heißes Wasser und atmet die Dämpfe für 10 Minuten ein.

Gegenanzeigen

Anis findet sich in vielen Teemischungen wieder, denn sein süßlich, blumiges Aroma gibt dem Tee etwas Besonderes. Auch Kinder mögen den Tee in der Regel gerne trinken. Anis-Tee bekommt den meisten Menschen gut, aber er sollte nicht in größeren Mengen und nicht dauerhaft getrunken werden. Man konsumiert ihn eher anwendungsbezogen.

Nebenwirkungen sind zwar selten aber es gibt sie. Es können sich Reaktionen der Atemwege, des Magen- und Verdauungstraktes oder der Haut einstellen. Wer unter Asthma oder einer Allergie gegen Doldenblütler leidet, sollte sich vorher mit dem Arzt absprechen, ob einer Einnahme etwas im Wege steht. Schwangere oder Stillende sollten sich ebenfalls mit ihrem Arzt beraten.

Die innere Anwendung von reinem Anisöl darf nicht unverdünnt erfolgen. Auch die Augen sollten nicht mit dem Öl in Berührung kommen. Kleinkinder und Säuglinge dürfen auf keinen Fall mit ätherischen Ölen in Kontakt kommen, da schwere Reizungen der Haut, der Atmung und Übelkeit drohen.

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Disclaimer:
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Hinweis:
Nahrungsergänzungsmittel sollten nicht als Ersatz für eine ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung verwendet werden. Ausserhalb der Reichweite von Kindern aufbewahren.