Ginkgo

Heiliger Baum mit medizinischer Wirkung

Der in Mitteleuropa hauptsächlich als Strassenbepflanzung bekannte Ginkgo-Baum wird in Ostasien als Baum des Lebens verehrt. Und das, weil er nicht nur uralt werden, sondern auch den Gesundheitszustand des Menschen verbessern kann. Die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) kennt für den Baum mit den ungewöhnlich geformten Blättern diverse Einsatzbereiche.

Wissenswertes über den Ginkgo-Baum

Ginkgo

Ginkgo: Heiliger Baum mit medizinischer Wirkung

Der Ginkgo (Ginkgo biloba) ist eine Baumart, die sich von ihrem Herkunftsgebiet China über ganz Ostasien und in alle Länder der Welt verbreitete. Heute kultiviert man ihn überall dort, wo entsprechende klimatische Bedingungen herrschen. Weil der Baum fast tausend Jahre alt werden kann, nannten ihn die Chinesen den Baum des Lebens. Ginkgo-Bäume werden je nach Standort bis zu 40 Meter hoch und können bis zu 16m breite Stämme haben.

Einzigartig ist auch die Blattform des asiatischen Gewächses. In Asien verehrt man den besonderen Baum traditionell als Tempelstätte und als Symbol für Fruchtbarkeit und langes Leben. Denn in Japan und China gibt es auch heute noch eine große Anzahl uralter und riesiger Ginkgo-Bäume. Dort ist es Brauch, seine Wünsche an den Wunderbaum zu richten und ihn um ihre Erfüllung zu bitten. Dass der Ginkgo-Baum eine mythische Bedeutung hat, liegt wohl darin begründet, dass es ihn schon in der Kreidezeit auf dem Gebiet des heutigen Ostasien gegeben haben soll.

Weil er weder zu den Laubbäumen noch zu den Nadelbäumen gehört, bildet er eine eigenständige Pflanzenfamilie, die sogenannten Ginkgoales. Der asiatische Baum des Lebens hatte aber noch ganz andere Einsatzgebiete: Die Chinesen verwendeten seine Blätter als Geld und um Schädlinge von ihren Büchern fernzuhalten. Weil Ginkgo-biloba unempfindlich gegenüber Umwelteinflüssen ist, findet man ihn in den europäischen Grosstädten oft als Alleebaum.

Nach Europa gelangte er über Seefahrer. Sie brachten ihn zu Beginn des 18. Jahrhunderts als Setzlinge mit. Seither findet man den vom Kuratorium Baum des Jahres zum Baum des Jahrtausends gekürten Zierbaum auch hierzulande. In asiatischen Ländern verwendet man die Samen des Ginkgo-Baums zusätzlich als Gewürz und Snack zwischendurch. Die geschälten und gegarten Samenkerne werden dem gekochten Reis beigemischt. Geröstet und gesalzen isst man sie als Snack. In Europa sind Ginkgo-Samen im Lebensmittelspezialhandel erhältlich. Weil sie jedoch in großen Mengen genossen Vergiftungen hervorrufen können, sollte man nur wenig von ihnen verzehren.

Einsatzgebiete des Ginkgo-Baums in der Naturheilkunde

Die Chinesen verehren den Wunderbaum auch wegen seiner gesundheitsfördernden Wirkung. Diese ist bereits seit dem 11. Jahrhundert bekannt, als man Ginkgo-Früchte, Blätter und Rinden zur Heilung von Krankheiten einsetzte. In der Traditionellen Chinesischen Medizin lindert man mit seinem Fruchtfleisch, seinen Samenkernen und Wurzeln Beschwerden verschiedenster Art. Hierzulande entdeckte man die heilkräftige Wirkung des asiatischen Baumes erst in den 1960er-Jahren.

Damals fanden Mediziner heraus, dass die in den Blättern enthaltenen Substanzen bei Durchblutungsstörungen eingesetzt werden können. Dank der die Durchblutung verbessernden Wirkung erfahren Patienten mit Tinnitus (Ohrgeräuschen), Asthma, Kopfschmerzen und Arterienverkalkung eine Besserung ihres Zustands, wenn sie regelmäßig Ginkgo-Präparate einnehmen.

Laut Studien können die Ginkgo-Wirkstoffe das Gedächtnis verbessern und die Konzentration steigern. Eine 2013 von Cooper et al. durchgeführte Metastudie ergab, dass diese Wirkung Folge der besseren Versorgung des Gehirns mit Sauerstoff und Nährstoffen ist. Diese die kognitiven Fähigkeiten steigernden Eigenschaften des Ginkgo-Extrakts zeigen sich sogar bei gesunden Menschen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchung von Franke et al. Sie kann unter https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/25214391 eingesehen werden.

Studien zur Wirkung des Heilbaums bei Durchblutungsstörungen zeigten, dass es im Wesentlichen die Flavonoide sind, die den Blutfluss in den Adern und Kapillargefäßen verbessern. Dadurch können die Ginkgo-Wirkstoffe direkt dort eingreifen, wo sie benötigt werden. Sie reduzieren beispielsweise störendes Ohrklingen und können damit die Lebensqualität der Betroffenen deutlich steigern. Außerdem sind sie sogar imstande, einen Hörsturz positiv zu beeinflussen.

Inhaltsstoffe

Dennoch ist immer noch nicht abschließend wissenschaftlich geklärt, wie die Inhaltsstoffe genau wirken. Patienten, die einen Hörsturz erlitten haben, benötigen eine besonders hohe Dosis des Ginkgo-Präparats. Diese darf nur vom behandelnden Arzt festgesetzt werden. Unter https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/26204362 findet der interessierte Leser Informationen darüber, wie Seidman und Ahsan 2015 den positiven Einfluss des Ginkgo-Extrakts auf Ohrgeräusche auf der Basis diverser Untersuchungen begründen.

Die von D’Andrea und anderen Medizinern im Jahr 2013 ausgewerteten Forschungsergebnisse weisen darauf hin, dass Ginkgo-Präparate auch bei Migräne und Kopfschmerzen hilfreich sein können. Eine chinesische Studie aus dem Jahr 2011 zeigte, dass die entzündungshemmenden Verbindungen im Ginkgo-Extrakt sogar bei der Therapie Asthmakranker nützlich sind. Die in den Blättern vorhandenen Flavonolglykoside sind imstande, das menschliche Abwehrsystem zu aktivieren und können so effektiv Allergien bekämpfen.

Ginkgo-Inhaltsstoffe werden sogar in naturkosmetischen Pflegeprodukten wie Shampoos und Gesichtscremes eingesetzt. Mit diesen können Anwender die Durchblutung ihrer Kopf- und Gesichtshaut verbessern. Und einen rosigen Teint und schönere Haut erhalten.

Ginkgo-Wirkstoffe

In den Pflanzenteilen des asiatischen Gewächses sind insbesondere Ginkgolide, Bilobalide und Flavonoide wirksam. Letztere zählen zu den sekundären Pflanzenstoffen und halten die schädlichen freien Radikale von den empfindlichen Zellmembranen fern. Die beiden anderen Wirkstoffe gehören zur Gruppe der Terpene. Sie haben durchblutungsfördernde und das Zellwachstum aktivierende Eigenschaften.

Wissenschaftler nehmen an, dass sie sogar degenerative Gehirnerkrankungen bessern können. Untersuchungen ergaben, dass alle in den Ginkgo-Blättern vorhandenen Verbindungen gemeinsam für die positiven Effekte verantwortlich sind: Sie sind antioxidativ, regen die Gehirntätigkeit an und damit auch die Gehirnleistung und schützen die Nervenzellen.

Der Ginkgo-Baum in der medizinischen Anwendung

Laut Europäischem und Deutschem Arzneibuch dürfen die Ginkgo-Extrakte LI 1370 und EGb 761 27 beziehungsweise 22% Flavonglykoside enthalten. Die weiteren Vorschriften der Arzneibücher sehen vor, dass sie nur zwischen 5 und 7 Prozent Terpenlactone und höchstens 5ppm Ginkgolsäuren aufweisen dürfen. Anwender, die Ginkgo-Nahrungsergänzungen in Tabletten-, Tropfen- oder Kapselform zu sich nehmen, finden darin oft abweichende Zusammensetzungen und weitere pflanzliche Substanzen und Vitalstoffe vor. Diese sollen die Konzentration und das Gedächtnis zusätzlich unterstützen.

Weil Ginkgo-Extrakte blutverdünnende Eigenschaften haben, sollten Patienten die Einnahme ihres Ginkgo-Präparats rechtzeitig vor geplanten operativen Eingriffen unterbrechen. Konsumieren sie chemische Blutverdünner wie Marcumar oder ASS (Acetylsalicylsäure), dürfen sie Ginkgo-Medikamente nur nach Rücksprache mit dem behandelnden Arzt einnehmen.

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Nahrungsergänzungsmittel sollten nicht als Ersatz für eine ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung verwendet werden. Ausserhalb der Reichweite von Kindern aufbewahren.