Hagebutte

Die Hagebutte hat mehr zu bieten als Vitamin C

Wer kennt sie nicht die gemeine Heckenrose und sei es nur als Kind im Kontakt mit dem sogenannten „Juckpulver“, welches man ungefragt und zur Freude der Zuschauer ins T-Shirt gesteckt bekam. Mag sein, dass man sich deshalb nicht mehr mit der Hagebutte beschäftigt hat, zumal sie an jeder Ecke wachsen und somit nichts Besonderes zu sein scheinen.

Hagebutte mehr als Vitamin C

Hagebutte mehr als Vitamin C

Bei Hagebutten handelt es sich um die Früchte wildwachsender Rosenarten. Da es über 200 Arten von Heckenrosen gibt, in verschiedenen Farben, Größen und der Gestaltung der Früchte, muss man schon ganz genau hinschauen, wenn man sie selber pflücken und verwerten will. Sie sind zwar alle ungiftig, aber nicht alle eignen sich zur Verwertung.

Hagebutten wachsen an ein bis zwei Meter hohen Sträuchern, sie wachsen meist wild und lieben Böschungen, wo sie direkt von der Sonne beschienen werden. Sie haben blassrosa oder weiße wunderschöne zarte Blütenblätter. Die roten Früchte haben eine längliche, ovale bis runde Form, die eigentlichen Früchte befinden sich im Inneren.

Es sind Nüsschen, die man auch als Samen bezeichnet, die nicht essbar sind und einen Juckreiz verursachen können. Sind die Hagebutten reif, lassen sie sich leicht vom Blütenboden lösen.  Das Fruchtfleisch ist reich an Vitaminen: besonders Vitamin C und Vitamin A, B1 und B2.

Wirkstoffe der Hagebutte

Die Hagebutte weist unter den einheimischen Früchten den höchsten Vitamin C Gehalt überhaupt auf. Dieses Vitamin stärkt nicht nur das Immunsystem, es lässt Frühjahrsmüdigkeit vergessen, wirkt leicht entwässernd, festigt das Bindegewebe und bildet neue Immun- und Körperzellen.

Das ist aber längst nicht alles: Die Hagebutte beinhaltet Fruchtsäuren, Pektine, Gerbstoffe, Kieselsäure, Antioxidantien, Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelementen wie Zink, Kupfer, Phosphor, Eisen, Kalzium und Magnesium. Die Kerne verfügen über mehrfach ungesättigte Fettsäuren, Phospholipide und Aminosäuren.

100g Hagebutten enthalten (in Prozent des Tagesbedarfs)

  • Vitamin C     (710 %)
  • Ballaststoffe   (96 %)
  • Vitamin A       (87 %)
  • Mangan          (51%)
  • Vitamin K       (32 %)
  • Vitamin E       (29 %)
  • Kalzium         (17 %)
  • Magnesium    (17 %)

Die Naturheilkunde hat die Hagebutte schon sehr lange entdeckt und setzt dabei alle genannten Wirkstoffe ein. Während die Homöopathie frische Blütenblätter verwendet, werden in der Phytotherapie auch die Schalen und Samen der Früchte genutzt.

Bereits im Mittelalter wurden diese bei Erkältungskrankheiten, Magen- und Darmerkrankungen, Gallen- und Nierenleiden und bei rheumatischen Beschwerden eingesetzt.

Heute kommt in der Schulmedizin Hagebuttenpulver zum Einsatz, dieses ist standardisiert, d.h. die Art und Menge der Wirkstoffe aus den Schalen und den Samen der Hagebutte wurden in Studien getestet und sind festgelegt.

Hagebutte als pflanzliches Schmerzmittel

Viele Menschen leiden unter einer Hüft- oder Kniearthrose oder Rückenschmerzen. Die Abnutzung der Gelenkknorpel ist dafür häufig die Ursache. Diese chronischen Erkrankungen sind nicht nur äußerst schmerzhaft, sie beeinträchtigen auch die alltäglichen Pflichten. Studien mit Hagebuttenpulver hatten Erfolge gegen Schmerzen in den Gelenken gezeigt.

Dänische Wissenschaftler hatten bereits das entzündungs- und schmerzhemmende Galaktolipid der Hagebutte entdeckt, welches bei den Studien der Patienten mit Schmerzen im Knie-, Hüft-, Schulter-, und Handgelenken eingesetzt worden war. Das Hagebuttenpulver enthielt bis zu 3 mg dieses Lipids und es wurden täglich  5-10 g des Hagebuttenpulvers über einen Zeitraum von drei bis vier Monaten gegeben.

Die Steifigkeit der Gelenke nahm ab und die Beweglichkeit zu. Synthetische Schmerzmittel konnten eingespart werden und damit die Nebenwirkungen vermindert. Die Erfolge wurden zwar belegt aber es bedarf weiterer Studien, um die klinische Wirksamkeit zu bestätigen.

Hagebutte und Rückenschmerzen

Prof. Dr. med. Sigrun Chrubasik, Fachärztin für Allgemeinmedizin, Naturheilverfahren und Schmerztherapie stellte sich die Frage ob das Pulver auch Effekte auf chronische Rückenschmerzen haben könnte. Sie behandelte, im Rahmen einer Studie, Patienten mit starken chronischen Rückenschmerzen mit diesem standardisierten Pulver über 1 Jahr. Bis die volle Wirksamkeit erreicht wurde dauerte es drei bis vier Monate. War dies nicht der Fall, wurde angeraten ein anderes pflanzliches entzündungshemmendes Präparat einzusetzen, z.B. aus der Teufelskrallenwurzel oder der Weidenrinde.

Zwei Drittel der schmerzgeplagten Rückenpatienten profitierten von der Nahrungsergänzung mit Hagebuttenpulver. Die antientzündliche und knorpelschützende Wirkung des Pulvers half die Schädigung zu verzögern und Schmerzen zu lindern, sowie die Beweglichkeit zu verbessern.

Bisher sind keine schwerwiegenden Nebenwirkungen bekannt. Eine Teezubereitung aus Hagebutte hat allerdings keine antientzündliche Wirkung, es ist aber ein vitaminreiches und harntreibendes Getränk. Ob andere Zusammensetzungen von Hagebuttenpulver die gleiche Wirkung haben, wie das standardisierte und untersuchte Präparat aus der Art Rosa canina L. ist nicht bekannt. Die Wirksamkeit hängt auch mit der verwendeten Sorte und dem Herstellungsverfahren zusammen.

Weitere gesundheitliche Vorteile

Durch die antientzündliche und anitoxidative Wirkung der Hagebutte verhilft diese auch zur Schmerzlinderung bei Rheuma.

Zur Bildung von neuem Gewebe und zur Zellerneuerung trägt der Vitalstoff Kieselsäure bei.

Der hohe Vitamin C Gehalt kann gerade bei jüngeren Menschen, die unter Asthma und Atemproblemen leiden, zur Linderung beitragen, zur Kräftigung des Immunsystems führen  und damit zur Abwehr von Krankheiten.

Für die natürliche Senkung des Cholesterin-Spiegels kann Hagebuttenpulver ebenfalls empfohlen werden.

Das Verdauungssystem profitiert von der Hagebutte. Sie reinigt nicht nur das System, sie hat auch eine harntreibende und verdauungsfördernde Wirkung. Gallen- und Nierenleiden, Magenprobleme und Gicht und die damit einhergehenden Beschwerden können durch die Hagebutte Linderung erfahren.

Blutzuckerwerte stabilisieren sich mit dem Einsatz von Hagebutten. Sportler benutzen sie häufig, um einen hohen Blutzuckeranstieg zu vermeiden.

Hagebutten als Hausmittel

Hagebuttentee kann man einsetzen als leicht harntreibendes Mittel.
Hagebuttenmarmelade wirkt appetitanregend, ist reich an Vitamin C und Lycopin (ein Radikalenfänger), sie wirkt aber nicht entzündungshemmend, da die Wirkstoffe durch Kochen zerstört werden.

Man kann Hagebutten selber ernten, je später man das tut, umso zuckerhaltiger sind sie. Daraus lässt sich Marmelade oder Mus herstellen. Das Mus kann man als Aufstrich verwenden oder auch pur, denn ein Esslöffel deckt schon den Tagesbedarf an Vitamin C.

Das Mus wird aus frischen Früchten gekocht, dann wird es zweimal passiert und mit Zitronensaft versetzt. Dadurch wird es haltbar. Das Ganze mit Honig abgeschmeckt und es  wird noch bekömmlicher.

Wer möchte, kann sich auch ein wunderbares Hagebutten-Öl herstellen. Dazu benötigt man ein Basis-Öl und die Kerne der Frucht. Hautjucken kann damit behandelt werden, auch kleinere Fältchen und Pigmentflecken.

Um die Gesundheitsvorteile genießen zu können, empfiehlt sich vor allem der Einsatz von Hagebuttenpulver. Hier liegen die Inhaltsstoffe in konzentrierter Menge vor.

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Hinweis:
Nahrungsergänzungsmittel sollten nicht als Ersatz für eine ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung verwendet werden. Ausserhalb der Reichweite von Kindern aufbewahren.