Herz-Kreislauf-System

Wie können wir unser Herz-Kreislauf-System gesund erhalten?

Das Herz schlägt und wir bemerken es meist nicht einmal. Es leistet die Arbeit eines Hochleistungsmotors und erst wenn es ins Stottern oder Stolpern gerät fällt es uns auf. Unser Herz hat nie Urlaub, es schlägt bereits im Mutterleib und 24 Stunden am Tag, bis es irgendwann seine Arbeit ganz einstellt.

Herz-Kreislauf

Wie können wir unser Herz-Kreislauf-System gesund erhalten?

Bis dahin ist es unser leistungsfähigster Muskel, der normalerweise sehr lange ohne Verschleiß arbeiten kann. Natürlich arbeitet er nicht allein, sondern bildet ein Team mit den Gefäßen und dem Blut.

Die Teamarbeit leistet das Herz-Kreislauf-System, mit der Aufgabe die Gewebe im Körper optimal zu durchbluten. Mit dem Blut werden die Gewebe versorgt und damit auch die Organe mit Nährstoffen und Sauerstoff.

Das Herz kann man sich als muskuläre Pumpe vorstellen, die den Blutkreislauf aufrecht erhält. Um gut arbeiten zu können, ist es günstig wenn die Blutgefäße und Nerven gesund sind. Es pumpt das Blut durch die Gefäße zu den Geweben und Organen. Dabei werden sie mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt und die Abbauprodukte, das Kohlendioxid, wird über die Lunge entsorgt. Das Herz ist komplex aufgebaut mit seinen Herzkammern und Ventilsystemen.

Das Gefäßsystem

Auch das Gefäßsystem ist sehr verzweigt als Versorgungsstation angelegt. Über diesen Verbund gelangen die wichtigen Stoffe dorthin, wo sie gebraucht werden und andererseits werden die Abfälle wie Stoffwechselschlacken darüber entsorgt. Je weniger Ablagerungen (Fette oder Eiweiß) sich in den Gefäßen befinden, umso elastischer sind diese. Ablagerungen verengen die Gefäße und der Blutdurchfluss wird beeinträchtigt.

Arterien transportieren sauerstoffreiches Blut zu den Geweben und Organen. In den Venen fließt das sauerstoffarme Blut zurück zum Herzen.

Die Kapillaren sind haarfeine Gefäße, die von den Venen und Arterien abzweigen. Sie transportieren wichtige Substanzen zu den Zellen und holen dort Schlacken und Kohlendioxid wieder ab.

Der Blutdruck und die Gefäße

Das Herz pumpt täglich 9.000 Liter Blut durch die Arterien und Venen.

Das Blut drückt mit viel Kraft auf die Gefäße. Diese Kraft wird Blutdruck genannt. Um das Blut in die Arterien zu pumpen, zieht das Herz sich stark zusammen und drückt gegen die Innenwände der Arterien, die sich dann ausdehnen (Systolischer Blutdruck). Es entsteht eine kleine Pause, in der das Herz entspannt, der Druck sich verringert und die Blutgefäße wieder auf ein normales Maß zurückgehen. Den dann noch vorhandenen Druck bezeichnet man als diastolischen Blutdruck.

Damit die Arterien und Venen diesen ständigen Druck aushalten können, brauchen sie eine entsprechende Elastizität der Gefäßwände.

Trägt der Körper schwer an Säuren, Schlacken, Giften und anderen schädlichen Stoffen, belastet dies die Gefäße und sie werden unflexibel. In der Folge kann es zu Bluthochdruck kommen, sich der Herzrhythmus verändern und die Arterien verkalken.

Es gibt einige Faktoren die dazu beitragen, diese ungünstigen Zustände entstehen zu lassen. Ein Aspekt ist das bedenkliche Lipoprotein A, ein Eiweißstoff der im Blut gemessen werden kann. Sind erhöhte Werte zusammen mit einem hohen LDL Cholesterin-Spiegel messbar, kann dies auf ein erhöhtes Risiko einer Arteriosklerose hindeuten. Das Protein kann entzündliche Prozesse in den Blutgefäßen anschieben und Ablagerungen an den Gefäßwänden verursachen.

Was kann ich für meine Herz-Kreislauf-Gesundheit tun?

Es gibt viele Untersuchungen, die sich mit den schädigenden Faktoren einer Herz-Kreislauf-Erkrankung beschäftigen. Die Hinweise sind sehr ähnlich denen, die man auch in anderen Zusammenhängen als schädigend erkannt hat.

Rauchen, Bewegungsmangel, Übergewicht, Stress und eine ungesunde Ernährungsweise werden als Ursachen genannt. Auf jeden Fall kann man etwas tun, um seine Werte zu verbessern und so Beschwerden vorzubeugen.

Gegen hohe Cholesterin- oder Triglyzerid-Werte helfen beispielsweise eine ausgewogene Ernährung und Ausdauersport. Möglicherweise auch eine gut dosierte Vitamin C oder Vitamin D3 Therapie. Omega-3-Fettsäuren, wie beispielsweise in Krill- oder Algenöl, können das gute HDL Cholesterin erhöhen. N-Acetyl-L-Cystein, eine schwefelhaltige Aminosäure soll sogar zur Senkung von Lipoprotein und Homocystein beitragen.

Gesunde Ernährung und Nahrungsergänzung

Herzkreislauf-Beschwerden sind Zivilisationskrankheiten, die durch eine Über- oder Fehlernährung entstehen können. Eine gezielte Lebensmittelauswahl hilft auf präventive Weise diese Probleme zu minimieren oder zu verhindern.

Wer ständig unter Druck agiert, meint keine Zeit zu haben, um sich gut versorgen zu können und dann zu Fertiggerichten greift, sollte wissen, dass stark verarbeitete Rohstoffe nicht die Qualität von frischer Ware haben können.

Der Prozess der Verarbeitung führt zum Verlust wertvoller Nährstoffe. Das bedeutet, unsere Herz-Kreislauf-Maschine wird nicht optimal versorgt und der Körper kann auf Dauer Vitalstoffverluste entwickeln. Dabei spielt auch ein Zuviel an raffiniertem Salz und Zucker, Weißmehlprodukten, Farb- und Konservierungsstoffen und Geschmacksverstärkern eine belastende Rolle für die Gesundheit.  

Insgesamt ist eine Ausrichtung auf eine eher mediterrane Ernährungsweise für die Herzgesundheit günstig. Das bedeutet weniger Kohlehydrate, mehr frisches und regionales Obst und Gemüse in Bio-Qualität. Dabei sollte auf eine Reduktion von gesättigten Fetten geachtet werden, denn dies ist wichtig für ein geringeres Risiko von Herz- und Gefäßerkrankungen.

Empfehlungen

Zu empfehlen sind Kohlehydrate mit einem niedrigen glykämischen Index, also Gemüse und Vollkornprodukte (Hafer und Gerste).

Wer gerne Fisch isst, sollte wegen der guten Fette Seefisch bevorzugen. Bei dem Konsum von Fleisch wäre es von Vorteil, auf eine biologische und artgerechte Tierhaltung zu achten und eher mageres Fleisch zu essen.

Wegen der Mineralien sollte man auf Stein- oder Ur-Salz umsteigen und möglichst oft mit Kräutern würzen, denn sie haben auch noch wunderbare Nährstoffe.

Wer gerne knabbert, kann Nüsse, Mandeln Reiswaffeln oder Schokolade mit hohem Kakaoanteil wählen.

Kaliumreiche Lebensmittel verhelfen zu einer Senkung des Blutdrucks. Dafür kommen Hülsenfrüchte, Avocado, Fenchel, Grünkohl, Spinat, Pilze und Tomatenmark in Frage.

Auch Beerenobst wie Himbeeren, Johannisbeeren und Heidelbeeren sind günstig, ebenso Honigmelonen, Kiwi, Bananen und Aprikosen. Die Auswahl geht aber noch weiter mit Kakao, Nüssen, Mandeln, Sellerie, Ingwer, Zwiebeln und Knoblauch.

Wer Nüsse mag, tut sich besonders mit Mandeln Gutes, denn sie liefern Magnesium, Kalium und gute Fettsäuren.

Hochwertige Fettsäuren, wie kalt gepresste biologische Pflanzenöle mit einem hohen Omega 3– Anteil, haben einen guten Ruf für die Gesundheit des Herzens, denn sie halten die Gefäßwände flexibel. Olivenöl, Walnussöl, Leinöl aber auch Fisch oder Samen liefern gute Fette. 

Es geht nicht darum, sich den Spaß am Leben zu verderben, durch so viele vernünftige Ratschläge. Wichtig ist nur im Blick zu behalten, dass man essensmäßig auch mal „sündigen“ kann. Aber nicht jeden Tag und auf Dauer.

Nahrungsergänzungsmittel

Es gibt viele Nährstoffe die man sich auch als Nahrungsergänzungsmittel zuführen kann, wenn es über die Ernährung nicht gut klappt.

Positiven Einfluss auf das Herz- und Gefäßsystem hat das Coenzym Q 10. Es trägt zur normalen Funktion von Herz und Nieren bei und wirkt dabei anti-entzündlich und anti-oxidativ. Dabei unterstützt das Vitamin B3 das Coenzym Q 10 in seiner Wirkung und vermindert die Fette im Blut.

Magnesium wirkt blutdrucksenkend und entzündungshemmend. Vitamine B2, B6, B12 und Folsäure reduzieren das gefäßschädigende Homocystein. Das Vitamin D3 wiederum verbessert die Magnesiumaufnahme im Blut. Vitamin C fördert die Elastizität der Gefäße und wirkt Blutgerinnseln entgegen, während Vitamin E die für das Herz gesunden Omega-3-Fettsäuren vor dem ranzig werden schützt. Vitamin K2 kooperiert mit Magnesium und sorgt dafür, dass sich Calcium nicht in den Blutgefäßen ablagert.

Entspannter Lebensstil

Ein Leben in Balance zu führen, ist der beste Herzschutz, denn es braucht ausreichend Ruhe und vor allem auch einen erholsamen Schlaf. Um das zu gewährleisten, ist es wichtig, kleine Pausen in sein Leben einzubauen. Dabei helfen Entspannungstechniken, Körperübungen oder Meditation. Ein paar Minuten abzuschalten sollten „drin“ sein und sei es ein Spaziergang in der Mittagspause.

Wer die Möglichkeit hat, ein Mittagsschläfchen einzulegen, hat laut einer Athener Studie ein um 30% reduziertes Risiko eine Herz-Kreislauf-Erkrankung zu erleiden. Permanenter Stress macht krank, verhindert Entspannung und genügend Schlaf.

Dazu gehört auch das Rauchen aufzugeben, denn es ist eines der Hauptrisikofaktoren einer Erkrankung des Herzens, des Kreislaufs, sowie der Gefäße. Übermäßigen Alkoholkonsum sollte man meiden, aber ein Gläschen Rotwein versorgt die Gefäße mit OPC und Resveratrol, einem starken Antioxidans.

Ausreichend Bewegung und Sport

Die Herzgesundheit profitiert vom Sport. Er stärkt das Herz und tut dem Blutdruck gut. Wer zweimal die Woche leichte Ausdauersportarten betreibt wie Schwimmen, Walken, Nordic Walking oder Radfahren, kann schon viel bewirken. Durch diese Maßnahme werden die Blutfettwerte positiv beeinflusst und das Risiko einer Arteriosklerose gesenkt.

Wichtig ist die Herzfrequenz kurz zu erhöhen. Auf längere Sicht wird sie bei regelmäßiger Bewegung im Durchschnitt langsamer.

Mit einer Puls-Uhr kann man den Anstieg ganz gut kontrollieren. Ausdauersport hilft auch den Stress im Körper abzubauen. Das Herz wird es uns danken.

Disclaimer:
Die auf dieser Seite bereitgestellten Informationen erheben keine Anspruch auf Vollständigkeit. Sie dienen nicht der Eigendiagnose oder Eigenbehandlung. Sie sind nicht als Therapieanleitung zu betrachten und ersetzen keinen Besuch beim Arzt oder Heilpraktiker.
Haben Sie gesundheitliche Probleme oder länger anhaltende Symptome, fragen Sie Ihren Arzt um Rat.
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Hinweis:
Nahrungsergänzungsmittel sollten nicht als Ersatz für eine ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung verwendet werden. Ausserhalb der Reichweite von Kindern aufbewahren.