Inneres Bauchfett

Inneres Bauchfett bedeutet ein Risiko für die Gesundheit!

Übergewicht kann einige Erkrankungen begünstigen und gilt deshalb als riskant für die Gesundheit. Es gibt allerdings auch Gefahren, die mit Fett in Zusammenhang stehen, die nicht sichtbar sind und deshalb auch schlanke Menschen betreffen.

Bauchfett

Inneres Bauchfett bedeutet ein Risiko für die Gesundheit

Denn viszerales Bauchfett befindet sich im Inneren der Bauchhöhle und ummantelt die inneren Organe. Darin liegen Gesundheitsrisiken, denn Fett ist nicht gleich Fett und vor allem ist es im Inneren nicht so auffällig.

Generell ist ein Zuviel an Bauchfett ungesünder, als Fett an den Beinen, den Hüften oder Oberschenkeln. Wenn es sich allerdings um inneres Bauchfett handelt, sind die Gesundheitsgefahren deutlich erhöht.  

Was ist inneres Bauchfett und wie gefährlich ist es?

Meist beschäftigen wir uns mit dem Unterhautfett (subkutanes Fett), das sich sichtbar an der Oberfläche als Fettgewebe zeigt. Wir können die Röllchen und Polsterungen zwischen unseren Fingern gut zwicken und es fühlt sich weich an. Rein optisch gesehen, mögen wir die Fettpölsterchen meistens nicht und wenn wir abnehmen wollen, dann wahrscheinlich um die Optik zu verbessern. Subkutanes Fett trägt seinen Teil zum Körperfett bei und ist auch gesundheitlich ein Problem, wenn auch nicht so stark wie inneres Bauchfett.

Das innere Bauchfett jedoch, legt sich hauptsächlich um die inneren Verdauungsorgane. Der Bauch sieht dabei zwar auch eher dick aus, aber er fühlt sich meist hart an. Dabei handelt es sich meist um eine Kombination von Unterhautfett und viszeralem Fett.

Was es gefährlich macht, ist die Erkenntnis, dass es eigene Aktivitäten in Gang setzt, die sich auf den gesamten Körper ungünstig auswirken. Es produziert 20 verschiedene Hormone und weitere Substanzen, die in das Blut transportiert werden. Es reagiert auch auf hormonelle Signale des Körpers.

Was sagt die Wissenschaft?

Wissenschaftler fanden heraus, dass  Bauchfette  ähnlich wie  Hormondrüsen arbeiten. Das Fatale an diesen Aktivitäten sind die selbstständigen Abgaben von Fettsäuren in das Blut. Diese Botenstoffe können verschiedene Prozesse und Funktionen des Körpers beeinflussen.

Dazu gehören Entzündungsvorgänge, die in Gang gesetzt oder verstärkt werden können. Die Fettsäuren verteilen sich im gesamten Körper und können sich auf das Herz und das Kreislaufgeschehen unvorteilhaft auswirken. Das Fettgewebe schüttet entzündungsfördernde Botenstoffe (Zytokine) aus und verursacht unterschwellige Entzündungen.

Diese Zytokine fördern Arteriosklerose und stehen mit  erhöhtem Blutdruck in Zusammenhang. In der Folge werden Herzinfarkt und Schlaganfall begünstigt.

Eine weitere nicht unerhebliche Auswirkung ist die Erhöhung einer Insulinresistenz.

Da diese Botenstoffe auch auf das Gehirn Einfluss nehmen, indem sie den Serotoninspiegel senken,  können sie sogar zu Depressionen führen.

Die Natur sorgt dafür, dass Energiereserven für „schlechte Zeiten“ gespeichert werden. Wird dem Körper zu viel Nahrung angeboten, wird er den Zucker aus den Kohlenhydraten in Fett umwandeln und schiebt ihn als „Rettungsring“ sichtbar gerne zum Bauch, den Beinen und dem Po. Dort lagern dann die Reserven abrufbereit für den Ernstfall. Früher lebenswichtig, heute eher kontraproduktiv. Allerdings dienen die Fettpolster den Organen als Schutz vor Kälte und vor mechanischen Angriffen.

Wer mehr Nahrung zu sich nimmt als er an Kalorien verbrennt, setzt in der Folge Polster im Bauchraum an, sichtbar und unsichtbar. Wer sich viel bewegt, geht dagegen an. Erstaunlich ist, dass Übergewichtige, die regelmäßig Sport treiben, meist gesünder sind, als Normalgewichtige die sich wenig bewegen.

Ist mein Bauch zu dick?

Nun wird man sich Gedanken machen, wie dick darf mein Bauch sein, wann wird es gefährlich und wie erkenne ich, ob ich inneres Bauchfett habe? Die Frage ist berechtigt, lässt sich aber nur schwer beantworten. Bildgebende Verfahren können Hinweise darauf liefern, wie hoch der jeweilige Anteil von innerem und äußerem Fett ist.

Die Messung des Bauchumfanges und der Taille, mit Hilfe eines Maßbandes, erlauben gewisse Rückschlüsse auf den Anteil von viszeralem Fett. Wenn das Fett im Bauchraum ansteigt, wird auch der äußere Bauchumfang größer werden. Die WHO spricht von einem Grenzwert in Bezug auf den Bauchumfang bei Frauen von 88 cm und bei Männern von 102 cm.

Damit wird das Maximum festgeschrieben. Ab 80 cm spricht man bei Frauen und ab 94 cm bei Männern von einem erhöhten Risiko in Bezug auf die Gesundheit, vor allem wenn bereits Erkrankungen vorliegen sollten.

Unklar ist nach wie vor, warum manche Menschen eher zu viszeralem und manche zu subkutanem Bauchfett neigen. Aspekte die eine Rolle spielen können, sind Alter, Geschlecht, hormonelle und genetische Faktoren.

Ein MRT könnte Aufschluss über die genaue Fettverteilung geben, ist aber sehr teuer und wird nur mit einer medizinischen Indikation verordnet.

Was begünstigt die Entwicklung von Fettgewebe im inneren Bauchraum?

Eine große Rolle bei der Entstehung spielen Stressfaktoren. Der Körper deutet Stress als Gefahr. Es geht dabei darum, das Überleben zu sichern. Deshalb werden Fettreserven im Körper angelegt. In diesem Zusammenhang wird auch deutlich, warum schlanke Menschen einen eher untypischen Bauchumfang entwickeln. Dieser entsteht durch einen gestressten Stoffwechsel oder falsche Ernährung.

Wer zu Diäten neigt, die Hunger propagieren, setzt den Körper ebenfalls unter Stress. Dieser wird zunächst Muskelmasse abbauen und das Fett bleibt wo es ist. Wichtig wäre in dem Fall begleitendes Krafttraining um den Muskelaufbau zu stärken.

Bewegungsmangel hängt natürlich auch mit einer Fetteinlagerung zusammen. Wer sich viel bewegt, kann die Stresshormone, Kortisol und Adrenalin abbauen und den Insulinspiegel senken.

Wer sich einer Kortison-Therapie (synthetisches Stresshormon) unterziehen muss, aufgrund von Entzündungen im Körper, lagert zusätzlich Fett ein.

Hormonartige Pflanzenstoffe können wie Östrogene wirken und damit zum Übergewicht beitragen.

Was also tun um Bauchfett zu reduzieren?

Empfehlungen betreffen die Ernährung, gezielte Übungen für den Bauch und ein Ausdauertraining.

Bei der Ernährung kommt es darauf an, Entzündungen zu hemmen und Kohlenhydrate zu reduzieren. Diese werden allzu leicht in Fett „gebunkert“. Gemüse, Nüsse, Sprossen, Kräuter und Früchte bieten einen guten Ansatz. Dabei sollte auch auf hochwertiges Eiweiß aus Hülsenfrüchten und gesunde Fette (Omega-3-Fettsäuren) geachtet werden. 

Wobei der Anteil an Gemüse 80 % betragen sollte, um den Säure-Basen-Haushalt zu regulieren und den Stoffwechsel zu entlasten. Eine pflanzliche Ernährung die basisch orientiert ist, hilft dem Körper wieder ins Gleichgewicht zu kommen. Ballaststoffe unterstützen den Dickdarm in seiner Funktion.

Eine gute unterstützende Maßnahme ist Intervallfasten. Es reduziert die Ernährung auf zwei Mahlzeiten am Tag, die innerhalb von acht Stunden verzehrt werden. In der Zwischenzeit kann sich der Stoffwechsel komplett erholen und sich wieder in die Balance bringen. Zwischenmahlzeiten die zuckerreich sind,  auch Chips und ähnliches, sollten tabu sein. Besser sind Obst oder ein Salat. Getränke sollten keine Kalorien haben, am besten ist immer noch Wasser zu trinken.

Ausdauertraining wie Joggen, Bewegung am Crosstrainer oder Nordic Walking helfen das Bauchfett zu reduzieren. Wichtig zu wissen ist, dass Bewegung nachweislich die Zytokine reduziert. Hoch intensiver Ausdauersport bringt sehr gute Ergebnisse. Die WHO empfiehlt eine moderate Belastung von 150 Minuten pro Woche.

Gezielte Bauchübungen wie der Unterarmstütz (Plank), die Bauchpresse (Crunch) und die Bicycle Crunch können den Fettabbau noch zusätzlich unterstützen.

Disclaimer:
Die auf dieser Seite bereitgestellten Informationen erheben keine Anspruch auf Vollständigkeit. Sie dienen nicht der Eigendiagnose oder Eigenbehandlung. Sie sind nicht als Therapieanleitung zu betrachten und ersetzen keinen Besuch beim Arzt oder Heilpraktiker.
Haben Sie gesundheitliche Probleme oder länger anhaltende Symptome, fragen Sie Ihren Arzt um Rat.
Jegliche Haftung für Schäden irgendwelcher Art, die direkt oder indirekt aus der Verwendung der Angaben entstehen, ist ausgeschlossen.

Hinweis:
Nahrungsergänzungsmittel sollten nicht als Ersatz für eine ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung verwendet werden. Ausserhalb der Reichweite von Kindern aufbewahren.