Kurkuma

Kurkuma – viel mehr als nur ein leckeres Curry-Gewürz!

Vorkommen und Geschichte von Kurkuma

Curcumin findet sich in der Pflanze Curcuma (Curcuma longa), auch Gelbwurz genannt. Daher leitet sich der Name des Farbstoffs ab, welcher oft auch als falscher Safran bezeichnet wird.

Kurkuma - Pulver und Wurzel

Kurkuma – Pulver und Wurzel

Die Gelbwurzel gedeiht in einem warmen Klima mit hoher Luftfeuchtigkeit und stammt aus dem indisch-südostasiatischen Raum. Die Pflanze schraubt sich bis auf zwei Meter hoch, sie zeigt kahle, längliche Blätter und erfreut mit lilienartigen gelben und rosafarbigen Blüten. Damit der Wurzelstock ausreifen kann, benötigt er über ein Jahr. Er ähnelt dabei dem Ingwerwurzeln. Im Inneren erscheint die charakteristische gelbe Farbe. Diese Wurzeln werden als Rhizomen bezeichnet, sie werden zu Pulver gemahlen und daraus Curcuma-Pulver hergestellt.

Curcuma longa wird heute in indischen, indonesischen, chinesischen und südamerikanischen Tropen angebaut.

Das Curcumin ist ein bioaktiver Pflanzenstoff aus der Wurzel und als Bestandteil des Currypulvers ist er aus der indischen und asiatischen Küche nicht wegzudenken. Es verfeinert als Gewürz sehr viele Speisen und wertet sie auch gesundheitlich auf. So ist der Gelbwurz bereits als jahrtausendealtes Heilmittel in Asien bekannt und Bestandteil der Ayurveda Medizin.

Was bedeutet Curcuma für die Gesundheit?

Die Curcuma Pflanze ist seit einiger Zeit auch im Westen immer mehr in den Fokus der Aufmerksamkeit gerückt und das völlig zu Recht. In den asiatischen Ländern wird Curcumin bei Leber- sowie Magen- und Darmerkrankungen als natürliches Mittel eingesetzt. Mittlerweile gibt es über 9000 Studien die sich der Erforschung dieses Stoffes widmen. Ob für die Küche, als Kosmetika oder als Heilmittel, in Curcuma steckt viel Überraschendes.

Die Kurkuma Pflanze mag Wasser. Durch die intensive Wasseraufnahme holt sie eine Fülle von Mineralstoffen und Spurenelementen aus dem Boden. Die Pflanze gewinnt daraus unzählige Phyto-Moleküle. Sie enthält ätherische Öle, Stärke, viele organische Verbindungen, Vitamine, Mineralstoffe, Eiweiß und sekundäre Pflanzenstoffe wie z.B. Kaffeesäure.  Insgesamt konnten über 90 verschiedene Inhaltsstoffe nachgewiesen werden.

Curcumin

Der sekundäre Pflanzenstoff Curcumin soll einen Anstieg des Eiweiß Cathelicidin im menschlichen Körper bewirken. Das ist interessant, weil dieses Protein, als ein Teil von mehreren Aminosäuren, sich im Immunsystem gegen Bakterien zur Wehr setzen und somit Infektionen vorbeugen kann. In Kombination mit Vitamin D, führt dies zu einem weiteren Anstieg von Cathelicidin und einem entsprechend größeren Widerstand gegen Krankheitserreger. Mit diesem Doppelpack haben Entzündungsprozesse und somit chronische Erkrankungen eine geringere Chance zur Wirkung zu kommen.

Curcumin der gelbe Farbstoff aus den Wurzeln wirkt stark antioxidativ. Die Pflanze schützt sich so vor Bakterien, Viren und anderen Krankheitserregern. Zudem ist der gelbe Farbstoff fettlöslich und nicht wasserlöslich. Er erhöht die Wirkung von Glutathion, einem körpereigenen Antioxidans, und ist ein Radikalenfänger, welcher vor Zellschäden aller Art schützt. Die Immunabwehr wird so zum Schutzwall gegen jeden Eindringling, besonders im Herbst und Frühjahr, wenn die Herausforderungen wachsen.

Curcumin Wirkstoffe

Der Wirkstoff regt außerdem die Leber an, mehr Gallensäure auszuschütten. Diese macht das Nahrungsfett verdaulicher und Blähungen, sowie Völlegefühl können sich auflösen.

„Wir konnten nachweisen, dass Kurkumin nicht nur unspezifisch wirkt, sondern ganz gezielt antientzündliche Wirkung entfaltet. Anhand von Versuchsreihen an Zellmodellen können wir belegen, dass das Gewürz wie Kortison gezielt das Protein ´Gilz` beeinflusst. Gilz steht für Glucocorticoid-induzierter Leuzin Zipper“, erklärt Alexandra K. Kiemer, Professorin für Pharmazeutische Biologie an der Universität des Saarlandes.

„Kommt es im Körper zu einer Entzündung, verschwindet dieses Protein (Gilz) jedoch“, erläutert Professor Kiemer. Curcumin ruft eine ähnliche Wirkung wie Kortison hervor, allerdings ohne Prozesse in den Zellen zu beeinflussen, die zu Nebenwirkungen wie bei Kortison führen. „Es handelt sich hier um Grundlagenforschung, aber diese könnte die Basis dafür sein, künftig Medikamente zu entwickeln, die keine oder weniger Nebenwirkungen als Kortison haben“, erklärt Professor Kiemer.

Ihre Arbeitsgruppe befasst sich gemeinsam mit Forschern der Universitäten Frankfurt am Main und Perugia (Italien) in mehreren Studien mit diesem Protein. Ihr Ergebnis veröffentlichen die Forscherinnen in der Fachzeitschrift Journal of Biological Chemistry: DOI: 10.1074/jbc.M116.733253

Curcumin Anwendung

Curcumin verhilft zur Bildung von weißen Blutkörperchen und somit zur Sauerstoffoptimierung und Verbesserung der Blutwerte. Von Vorteil ist auch, dass Curcumin die Blut-Hirn-Schranke passieren kann und somit für die Behandlung von Demenz, Alzheimer und Multiple Sklerose von Bedeutung sein könnte. Das Gehirn wird in seiner Leistungsfähigkeit unterstützt.

In der ayurvedischen Medizin wird Kurkuma als natürliches Antibiotikum betrachtet, dass gleichzeitig Energie und Wärme verleiht. Es spielt bei Nervenschwäche, mentalen Problemen, als natürliches Schönheitsmittel und als Aphrodisiakum eine Rolle.

Die WHO hat die Effektivität von Kurkuma anerkannt und bestätigt eine Wirkung bei der Behandlung von Verdauungsstörungen und Magenbeschwerden, Übelkeit, Appetitverlust, Entzündungen und Völlegefühl.

Bioverfügbarkeit

Curcuma besitzt nur eine geringe Bioverfügbarkeit, der Wirkstoff wird vom Körper nur langsam und nicht in vollem Umfang aufgenommen. Curcumin ist ein fettlösliches Molekül und kann sehr gut mit einer fettreichen Mahlzeit aufgenommen werden. Trinkt man Curcumin nur in Wasser gelöst, ist die Bioverfügbarkeit fast bei Null.

Allerdings gibt es Substanzen, welche die Wirkung und Aufnahme im Körper erhöhen. Bei Kurkuma ist das der Wirkstoff Piperin aus dem schwarzen Pfeffer, ein sekundärer Pflanzenstoff. Daher sollte in Nahrungsergänzungen Kurkuma immer mir Piperin kombiniert werden.

 Kurkuma in der Küche

 Wer sich über die Ernährung eine gesunde Portion Curcuma zuführen möchte, sollte es in seine Speisen und Getränke einbauen.

In der indischen Küche wird es vor allem für Gemüse-, Bohnen- und Linsengerichte verwendet.  Die afrikanische Küche nutzt es für Eintöpfe und Fleischgerichte. Der günstige Safran Ersatz passt aber auch gut zu Reis, Kartoffeln und Gemüse. Der Phantasie sind sowieso keine Grenzen gesetzt, den bitter süßscharfen Stoff einzusetzen.

Man kann sich die Wurzeln auch frisch kaufen und mittags in seinen Salat raspeln oder in sein Quark-Leinöl Gemisch als Pulver einrühren. Auch in Smoothies findet er Verwendung, allerdings dann auch Öl mit hinzugeben.

Neuerdings spricht man auch von der „goldenen Milch“ bzw. Kurkuma Latte mit ihrer belebenden Wirkung.

Zubereitung einer Tasse:
350 ml Pflanzenmilch erwärmen. Kurkuma-Paste nach Belieben einrühren und jetzt noch einen Esslöffel Kokosöl sowie eine Prise Zimt und frisch gemahlenen Pfeffer hinzufügen. Alles in eine Tasse gießen und regelmäßig umrühren, sonst setzen sich die festen Bestanteile der Paste unten ab. Wer mag, kann die Goldene Milch noch mit Agavendicksaft süßen. Es soll Leute geben, die dafür ihren Kaffee stehen lassen.

Kurkuma als Nahrungsergänzung

Um von einer präventiven gesundheitlichen Wirkung zu profitieren, sind einige Gramm täglich nötig. Sie nur über das Essen zu erreichen ist nicht so einfach, zumal auch auf die Bioverfügbarkeit geachtet werden muss. Von daher sind Kurkuma-Kapseln die ideale Form. Sie lassen sich zudem portionieren und sind praktisch für Unterwegs. Sie enthalten Kurkuma und in der Regel mit Pfefferextrakt. Die Kapseln sollten mit reichlich Flüssigkeit eingenommen werden.