Was die Leber übel nimmt

Eine üppige und fettreiche Ernährung führt zur Fettleber

Man bemerkt es kaum, wenn die Leber schwächelt, denn sie kann viel vertragen. Das muss sie auch wenn man bedenkt, was wir so täglich zu uns nehmen. Das schnelle Essen unterwegs ist meist kalorien- und zuckerreich und es dauert eine ziemlich lange Zeit, bis man eine Fettleber entdeckt. Oft hilft dabei nur der Zufall.

Stoffwechselorgan Leber

Stoffwechselorgan Leber

Wer weiss schon, dass 25 % der Bevölkerung in Deutschland unter einer Fettleber leiden? Wenn der Fettanteil des Organs mehr als 10% beträgt spricht man von einer Fettleber, die durch Alkohol bedingt sein kann oder durch eine zu üppige Ernährung und Übergewicht. Diese Vorstufe zu schwerwiegenden Erkrankungen sollte man als letzte Warnung für eine Veränderung nicht verpassen.

Stoffwechselorgan Leber

Die Leber leistet Schwerstarbeit, sie ist für die Verdauung, Entgiftung und Speicherung zuständig. Selber wiegt sie bis zu 1,5 Kilo und ist damit die größte Verdauungsdrüse des Körpers. Alle Stoffe die durch die Verdauung anfallen, nimmt sie entgegen. Sie stellt Eiweisse und Gallensäure zur Verfügung und ist unverzichtbar bei der Entgiftung von unverträglichen Stoffen. Sie arbeitet auf hohem Level, den sie normalerweise gut bewältigen kann. Alles was jedoch ein Zuviel beinhaltet an Fetten, Kohlehydraten oder Alkohol, überfordert sie auf Dauer.

Die Leber hat eine sehr zentrale und äußerst wichtige Aufgabe: Sie stellt den Wächter zwischen dem Darm und dem Blutkreislauf dar. Alles was wir essen und trinken gelangt in verdauter Form in die Leber. Die verdauten Bestandteile der Nahrung werden über die Dünndarmschleimhaut mit dem Blutstrom in die Pfortader geleitet und dann weiter in die Leber. Auch andere unverdauliche oder giftige Stoffe die über die Haut oder die Atmung aufgenommen werden, gelangen zur Entgiftung in die Leber.

Entgiftung

Die Leber entscheidet was mit den Stoffen geschieht. Sie entgiftet, baut Bestandteile der Nahrung um und speichert sie wenn erforderlich. Sie muss alle Gifte aus dem Blut unschädlich machen. So kann sie Ammoniak zu ungiftigen Harnstoff verändern und so zum Abbau freigeben. Die Ausscheidung übernehmen dann die Nieren oder der Darm. Eisen, Vitamin B12 und Vitamin A kann sie auf Vorrat speichern, damit wichtige Erfordernisse wie das Funktionieren der Nerven und die Blutbildung gesichert sind.

Eine weitere Aufgabe erfüllt sie, indem sie überschüssigen Traubenzucker (Glukose) in den Speicherzucker Glykogen umwandelt. Dieser wird als Energiereserve im Organismus eingelagert oder als Energie sofort verbrannt. Auch die Leberzellen produzieren wichtige Gallenflüssigkeiten, welche für die Verdauung von Fett nötig sind. Sie stellen auch wichtige Proteine zur Verfügung, die unter anderem nötig sind für die Blutgerinnung. Die Leber ist auch für die Herstellung zahlreicher Hormone und Enzyme zuständig. Läuft alles ordnungsgemäss ab, fühlen wir uns vital und gesund.

Die Leber leistet als Multitalent Schwerstarbeit

Die Leber reinigt den Organismus Tag für Tag ohne Pausen. Die schnelle, üppige Ernährung und Lebensweise belasten die Leber sehr. Sie kann sich aber nicht ausruhen, sondern arbeitet bei Überbelastung angestrengt und mühevoll. Sie verfügt dabei über eine große Vitalität, selbst bei neunzigprozentigem Verlust ihrer Funktion, kann sie sich im Prinzip wieder erholen. Allerdings muss dafür die Ursache der Funktionseinschränkung geklärt und beseitigt worden sein.

Zunächst bemerkt man kaum irgendwelche Beschwerden oder sie sind so allgemein, dass man sie nicht auf die Leber zurückführen kann. Immer wiederkehrende Müdigkeit oder Völlegefühl, vor allem wenn man fettreiche Speisen gegessen hat. Druckgefühl oder Schmerzen im rechten Oberbauch, ein hoher Cholesterinspiegel oder unspezifische Rückenschmerzen können auch Hinweise auf eine Beeinträchtigung der Leber sein. Sollte die Haut oder die Augen sich gelb verfärben, sollte sofort eine ärztliche Behandlung angestrebt werden. Es drohen Vergiftungen des Körpers, wenn der Abbau schädlicher Produkte nicht mehr richtig funktioniert.

Sich mit der Leber und ihrer Arbeitsweise zu beschäftigen gibt also Sinn, bevor sich schwerwiegende Beschwerden einstellen.

Ursachen der Fettleber und Lebergifte

Wie schon angedeutet, spielt unsere Ernährungsweise eine grosse Rolle. Wenn wir mehr Kalorien zu uns nehmen als wir verbrauchen, lagert sich Fett im Gewebe ein, also auch in den Leberzellen. Verantwortlich dafür sind häufig Weissmehlprodukte, also isolierte Kohlenhydrate. Allerdings ist auch der Konsum von Alkohol mit „im Boot“, genauso wie eine fettreiche Ernährung.

Bewegungsmangel verstärkt dabei das Problem, denn über Sport und Bewegung können mehr Kalorien verbrannt werden. Diabetes mellitus Typ 2 und ständig erhöhte Triglyzeride können eine Fettleber mit entstehen lassen. Bestimmte einseitige Diäten können ebenso eine Rolle spielen, beispielsweise eine Ernährung ohne genug Eiweiss.

Wird sehr zuckerreich gegessen, kann die Leber zwar einen Teil in Form von Glykogen speichern aber ein Zuviel verwandelt sie in Triglyzeride, welche wiederum im Gewebe als Speckröllchen abgelagert werden.  

Fruchtzucker,  die Lösung?

Nun könnte man denken Fruchtzucker sei die Lösung, denn Obst ist ja gesund. Fruchtzucker (Fructose) ist allerdings nicht nur im Obst enthalten, sondern in sehr vielen Fertignahrungsprodukten. Obst sollte man nur in Maßen essen. Zwei Portionen am Tag aber nur als frisches Obst. Bedenken sollte man, dass ein mittelgroßer Apfel bereits 20g Zucker enthält. Die max. Empfehlungen für Zuckerkonsum der Deutschen Gesellschaft für Ernährung liegen für Frauen bei 50g und für Männer bei 60g am Tag. Besonders tückisch sind Trockenfrüchte, sie enthalten bis zu 60% Zuckeranteil. Auch Fruchtsaftgetränke und Limonaden sind mit Vorsicht zu genießen. Sie enthalten ebenfalls viel zu viel Zucker, als für die Leber gesund ist. Schauen sie beim Kauf genau hin: Auf der Zutatenliste von Fruchtjoghurts, Backwaren und Fertigprodukten. Überall finden sie Fruktose-Sirup oder Fruktose-Glukose-Sirup beinhaltet.

Kohlehydrate nehmen wir aber nicht nur über Zucker auf, sondern auch über Stärke, also Weissmehlprodukte. Gute Träger für nicht isolierte Kohlehydrate sind Bohnen, Linsen und Kichererbsen, sie enthalten weniger Stärke, Eiweiß und weitere gute Nährstoffe.

Fette tierischer Herkunft und gesättigte Fettsäuren führen ebenfalls zu einer erhöhten Einlagerung ins Fettgewebe und den Leberzellen. Dazu zählen Fleisch und Milchprodukte wie Butter, Sahne und Käse. In kleinen Mengen genossen, ist das kein Problem.  Der übermässige Verzehr hat negative Folgen.

Wer an Übergewicht leidet tut gut daran sein Gewicht langsam zu reduzieren, 1-2 kg im Monat können eine Richtschnur sein.

Eine Fettleber lässt sich durch eine nachhaltige Veränderung der Lebensweise wieder regenerieren. Eine gute Nachricht.

Tips für eine Leberentlastung:

  • Sein Normalgewicht erreichen
  • Ungesättigte Fettsäuren (Omega-3 und Omega-6) bevorzugen (bestimmte Pflanzenöle)
  • Zucker und Fruktose nur sparsam verwenden
  • Fettarm essen
  • Alkohol reduzieren oder vermeiden
  • Kalorienaufnahme steuern (Verbrennung)
  • Bewegung
  • Diabetes so früh wie möglich behandeln

Eine gesunde Lebensweise kann unsere Leber deutlich entlasten und zu guter Gesundheit und Wohlbefinden beitragen.

Disclaimer:
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Hinweis:
Nahrungsergänzungsmittel sollten nicht als Ersatz für eine ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung verwendet werden. Ausserhalb der Reichweite von Kindern aufbewahren.