Was tun bei Leberüberlastung

Der Schmerz der Leber ist die Müdigkeit

Der berühmte Arzt des Altertums Hippokrates, der auf der griechischen Insel Kos lebte, hat zum Thema Leberbelastung folgendes kundgetan: „Der Schmerz der Leber ist die Müdigkeit“.

Leberüberlastung

Leberüberlastung! Was tun?

Nicht jeder wird wegen Müdigkeit zum Arzt gehen und nicht jeder der müde ist hat ein Leberproblem. Trotzdem sollte man bei andauernder Müdigkeit den Arzt oder Naturheilkundler aufsuchen. Ein hoher Cholesterinspiegel deutet in die Richtung, dass mit der Leber nicht alles „rund“ läuft.

Je nachdem welchem Behandler man vertraut, kommt man mit einem Rezept über Statine aus der Praxis oder bekommt Hinweise über pflanzliche Mittel. Die naturheilkundlichen Möglichkeiten wollen wir im folgenden ein wenig vertiefen. Zunächst befassen wir uns mit unserer Leber.

Aufgaben der Leber

Die Leber ist ein Organ mit ausserordentlich komplexen Aufgaben. Sie ist mit 1,5 kg das schwerste Organ im Körper. Sie ist im rechten Oberbauch beheimatet, an der Unterseite befindet sich die Gallenblase. Beide Organe arbeiten eng zusammen. Die in der Leber produzierten Gallensäuren sammeln sich vorrübergehend in der Gallenblase. Sie sorgen letztlich für die Verdauung der über die Nahrung aufgenommenen Fette.

Für unseren Stoffwechsel spielt die Leber die wichtigste Rolle. Sie nimmt alle dem Körper zugeführten Substanzen auf, baut diese ab und um, ebenso die körpereigenen Stoffe. Sie beeinflusst die gesamte Verdauung durch die Herstellung von Gallenflüssigkeiten und verwertet alle im Verdauungstrakt aufgenommen Stoffe. Eiweisse werden zu Aminosäuren umgebaut oder aus  Substanzen synthetisiert. Aus Kohlehydraten produziert sie Glycogen und lagert es im Energiespeicher ein. Bausteine die aus Nahrungsfetten resorbiert wurden, werden neu zusammen- gesetzt und als potenzieller Energielieferant im Fettgewebe gespeichert. 

Giftstoffe

Sie sorgt nicht nur für die Fettverdauung und legt Energiereserven an, sondern ist auch für den Müll zuständig. Sie bindet Giftstoffe, lagert sie ein oder scheidet sie über die Nieren aus. Ein Teil der Leberzellen beseitigt Fremdstoffe wie Bakterien, Stoffwechselprodukte, Schadstoffe (auch geschädigte rote Blutkörperchen). Die giftigen Stoffe werden in der Leber neutralisiert. Zudem stellt sie zahlreiche Hormone und Enzyme her und regelt den Cholesterinspiegel.

Wir können erkennen, dass ohne die optimale Arbeitsweise der Leber im Bereich Verdauung von Nahrungsmitteln, welcher ja mit allen Abläufen im Organismus zusammenhängt, nichts wirklich rund laufen kann.

Dr. Karl Maret M.D. schreibt über die Wichtigkeit einer guten Leberfunktion: „Tausende Enzymsysteme, die praktisch für alle Körperaktivitäten verantwortlich sind, werden in der Leber aufgebaut. Die richtige Funktion der Augen, des Herzens, der Keimdrüsen, der Gelenke und der Nieren sind allesamt abhängig von einer guten Leberfunktion. Wenn die Leber nur am Aufbau einer einzigen dieser mehr als tausend Enzymsysteme gehindert wird, wird die gesamte Körperfunktion gestört und der Mensch leidet unter erheblichem Stoffwechselstress.“

Wächst die Leber mit ihren Aufgaben?

Man könnte oberflächlich gesehen diese Frage bejahen.  Entnimmt man für eine Transplantation der Leber einen Teil, wächst die Leber nach und regeneriert sich vollständig. Aber auch der Leber kann man zu viel zumuten und zwar mit erheblichen Konsequenzen. Falsche Ernährung und Bewegungsmangel spielen dabei eine grosse Rolle. In der Regel nehmen wir zu viel Kohlehydrate zu uns und damit kommt zu viel Zucker (Glukose) in der Leber an. Dort kann der Zucker als Glycogen nur begrenzt gespeichert werden. Wohin also damit?

Die Glukose wird in weiteren Speichern z.B. der Muskulatur entsorgt, sind diese Speicher voll, wird die Glukose für „schlechte Zeiten“ in Fett verwandelt. Mit diesem Fett werden dann Organe ummantelt (Fettleber!) Nur, die schlechten Zeiten kommen nicht, wir haben ja genug zu essen. Wir bewegen uns in einem Teufelskreis. Denn wenn der Energielevel absinkt, greifen wir wieder zu zuckerhaltigen Lebensmitteln, in der Hoffnung auf einen Energiekick. Auch Alkoholkonsum kann die Leber stark belasten.

Laut Hamburger Abendblatt vom 19.9.2017 in einem Artikel zum Thema „Wie fettes Essen die Leber zerstört“ kommt Professor Dr. Michel P. Manns, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Leberstiftung zu folgender Aussage: „Die Nichtalkoholische Fettlebererkrankung ist eine typische Lebensstilerkrankung und verursacht wie alle Leberkrankungen meistens keine oder nur unspezifische Symptome. Sie ist mittlerweile die häufigste Lebererkrankung in Deutschland und hat eine steigende Tendenz. Jeder dritte Bundesbürger über 40 hat bereits eine Fettleber.“  Die mögliche Folge sind weitere sogenannte Zivilisationskrankheiten. Was können wir tun, um das zu vermeiden?

Unterstützung der Leber durch ausgewogene Ernährung

Die Basis einer ausgewogenen Ernährung ist frisches Obst und Gemüse (Vitamine und sekundäre Pflanzenstoffe), dazu Nüsse wie z.B. Walnüsse, Sprossen von Rettich, Brokkoli, Radieschen, Gewürze und vor allem gute Fette, d.h. Omega-3-Fettsäuren wie sie im Leinöl enthalten sind, im guten Verhältnis zu Omega-6-Fettsäuren und Vollkornprodukte mit ihren komplexen Kohlehydraten.

Grünes Blattgemüse eignet sich auch ganz hervorragend als Unterstützung für die Leber, sie können Spinat, Rucola, Chicorée und Löwenzahnblätter verwenden, die bittere Komponente wird ihrer Verdauung gut tun. Die ausleitenden Eigenschaften des grünen Gemüses sind nicht zu unterschätzen. Sie können sich auch einen grünen Smoothie zubereiten. Avocados sollen ebenfalls einer Leber, die der Regeneration bedarf, hilfreich sein.

Sich mehrmals in der Woche schnell bewegen, begünstigt den Fettstoffwechsel und unterstützt einen normalen Cholesterinspiegel. Um darüber hinaus unserem „Arbeitstier“ Leber etwas Gutes zu tun, können wir noch weiter zur Entlastung beitragen.

Ansatz mit Heilkräutern

Verschiedene Gewürze und Kräuter wie sie auch in der indischen Ganzheitsmedizin und im Ayurveda verwandt werden, können die Leber beglücken.

An erster Stelle steht die Mariendistel, sie schützt die Leber vor Giftstoffen und optimiert die Fettverdauung. So können Verdauungsstörungen wie Blähbauch und Völlegefühl minimiert werden.

Gelbwurz (Kurkuma) kann die Leberzellen schützen und vertreibt Blähungen und Bauchkrämpfe.

Die indische Stachelbeere (Amlabaum) kann einer Fettleber vorbeugen, indem sie auf natürliche Weise einen normalen Cholesterinspiegel unterstützt.

Ingwer regt den Gallenfluss an, baut überflüssige Ablagerungen ab und feuert die Verdauung an. Dies sind nur ein paar Beispiele. Natürlich sind auch Bitterkräuter geeignet die Leber und Galle zu unterstützen. Dazu gehören Scharfgarben-, und Löwenzahnblätter, Fenchelfrüchte und Lemongras.

Man kann sich einen speziellen Tee zusammenstellen aus all den genannten Heilpflanzen oder kauft sich einen Leberkräutertee als fertige Mischung. Wer mag mischt sich die Gewürze einfach ins Essen, so dass man eine gewisse Vielfalt in die Nahrung mit einbezieht.

Auch Basentees eigenen sich als Unterstützung für die gesamte Verdauung und für das Wohlbefinden auch anderer Organe.

Leberreinigung

Auch eine professionelle Leberreinigung kann in Erwägung gezogen werden. Möglich ist diese z.B. in einem Ayurveda Zentrum als Kur. Wenn Sie die Lebereinigung an Hand von Beschreibungen allein Zuhause durchführen möchten, ist es empfehlenswert sich von einem Arzt oder Naturheilkundler begleiten zu lassen.

Disclaimer:
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Hinweis:
Nahrungsergänzungsmittel sollten nicht als Ersatz für eine ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung verwendet werden. Ausserhalb der Reichweite von Kindern aufbewahren.