Lithium und psychische Gesundheit

Lithium ist ein den meisten Menschen unbekanntes Spurenelement.

Dabei übt es einen wichtigen Einfluss auf Körperfunktionen aus. Im Organismus findet man es nur in ganz kleinen Mengen, trotzdem hat es eine wichtige Funktion und kommuniziert mit Mineral- und Botenstoffen. Es kann sogar Harnsäure lösen, die als unlösbar gilt. Lithium findet sich im Gehirn, den Lymphknoten und den Organen. Was es allerdings vor allem interessant macht ist seine Wirkung auf die Psyche.

Lithium

Lithium und psychische Gesundheit

Wie in Wikipedia nachzulesen ist, werden Lithiumsalze seit Mitte des 20. Jahrhunderts schon als verschreibungspflichtige Medikamente in der Psychiatrie eingesetzt. Man kann deshalb davon ausgehen, dass Verträglichkeit und Nebenwirkungen gut erforscht sind. In der Behandlung von bipolaren Störungen, Manie oder Depressionen wird es therapeutisch in hohen Dosen verwendet.

Es soll sogar als einziges Medikament eine suizidverhütende Wirkung nachgewiesen worden sein. *1)
Der Körper stellt Lithium nicht selber her, sondern es wird über die Nahrung oder über einige Sorten Mineral- und Leitungswasser aufgenommen.

Bei Lithium handelt es sich um ein weiches Alkalimetall, welches im Gestein steckt. Man findet es auch im Meerwasser und im Erdboden. Die Industrie verwendet es für ihre Produktion verschiedener Güter, wie beispielsweise als Lithium-Ionen-Akku im Handy.

Wie wirkt Lithium auf den Körper?

Es gilt als belegt, dass Lithium eine positive Auswirkung auf die Psyche hat. Lithiumsalze werden in der Therapie von Menschen eingesetzt, die unter Stimmungsschwankungen und affektiven Störungen leiden. Sie wirken stimmungsaufhellend, ausgleichend, gegen oxidativen Stress ebenso wie gegen Entzündungen. Das seelische Gleichgewicht wird gefördert und die mentale Kraft kann zunehmen. Mitunter können sogar Antidepressiva in der Behandlung reduziert werden. Dafür sollen bereits niedrig dosierte Gaben ausreichen.

Migränepatienten und Menschen mit Clusterkopfschmerzen *2) sollen ebenfalls von Lithiumgaben profitieren.
Die Medizin verwendet Lithiumsalze hauptsächlich präventiv um wiederkehrende Phasen von Depressionen zu vermeiden. Wenn Antidepressiva nicht ausreichend positiv auf eine Depression einzuwirken vermögen, so kann die Gabe von Lithium zusätzlich erfolgen.

Eine akute Besserung einer Manie kann durch Lithium gegeben sein, ebenso wie der Einsatz bei einer unzureichend zu behandelnden Schizophrenie, in diesem Fall zusätzlich zur Gabe von Neuroleptika. In diesen Bereichen und auch bei bipolaren Störungen wird Lithium bereits seit 50 Jahren erfolgreich therapeutisch verwendet. Bis heute allerdings weiß niemand so ganz genau, wie das Spurenelement seine Wirkung im Gehirn erzielt.

Sicherlich gibt es einige Erklärungsversuche, um die Wirkung zu beschreiben und zu erklären. Man nimmt beispielsweise an, dass Lithium die Nervenzellen zu schützen vermag, indem die Autophagie gestärkt und Lern und Reparaturvorgänge angeschoben werden, auch wird der oxidative Schutz der Zellen ausgebaut, sowie der Energielevel der Mitochondrien, der Kraftwerke der Zellen, unterstützt. Man nimmt an, dass auch die Informationsübertragung der Neurotransmitter und die Wachstumsphasen der Nervenzellen durch Lithium verbessert werden.

Lithium im Leitungswasser?

Eine Wiener Studie bescheinigte eine geringere Selbstmordrate bei Depressionen, wenn das Leitungswasser ausreichende Mengen an Lithium enthält. Aggressionen, Vergewaltigungen und kriminelles Verhalten soll ebenfalls herabgesetzt worden sein. Das Spurenelement kann aber wohl noch mehr, man fand heraus, dass Bewohner von Gegenden, mit hohem Lithiumgehalt im Trinkwasser, ein gemindertes Risiko im Alter hatten an Demenz zu erkranken.

Der Gehalt von Lithium im Trinkwasser ist in Dänemark in manchen Gegenden höher als in anderen. Forscher der Universität Kopenhagen verglichen das Trinkwasser von Demenzpatienten und Menschen ohne diese Erkrankung, tatsächlich war der Lithium-Gehalt bei den Nichtpatienten im Wasser höher.

Kein Wunder das man darüber nachdenkt, es dem Wasser zuzusetzen. Allerdings ist die Chance recht niedrig einzuordnen, denn solange die Thesen nicht richtig belegt werden können, ist so ein Schritt auch leichtfertig. *3) Auch in unserem Trinkwasser ist Lithium enthalten aber der Gehalt ist in vielen Gegenden recht niedrig, zudem kann er sehr schwanken.

Die Universität in Jena, in Kooperation mit japanischen Wissenschaftlern, interessierte sich für den Lithium-Spiegel im Wasser. Sie kam zu dem Ergebnis, dass ein höherer Gehalt im Wasser sogar die Lebenserwartung beeinflussen und verbessern kann. So richtig erklären kann man sich diesen Zusammenhang allerdings noch nicht.

Wer wissen möchte wie hoch der Gehalt von Lithium in seinem Körper ist, kann eine Haarmineralanalyse in Auftrag geben.
Kleinere Studien stärken die These, dass Lithium auch die Kraft entfalten kann, sich neuroprotektiv bei Demenzerkrankungen auszuwirken. Wobei Alzheimer Patienten bei einer Gabe über die Dauer von zwölf Monaten leichte Verbesserungen ihrer kognitiven Fähigkeiten erfuhren. Ob sie allerdings von Dauer sind, ist noch ungeklärt.

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Wieviel Lithium brauchen wir?

Leider gibt es darüber keine Angaben. Auch die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. gibt dazu keine Referenzwerte heraus. Lithium gilt als nicht essenziell, aber wer kann das schon so genau wissen? Da es auf die Psyche einwirkt ist es zumindest interessant zu verfolgen, wie die Forschung sich weiter entwickelt.

Wie kann man sich mit dem Leichtmetall versorgen? Zum einen finden wir es in unserem Trinkwasser in nicht bekannter geringer Menge vor. Wer sich damit versorgen möchte, kann sich Mineralwasser kaufen, es gibt Sorten die es enthalten, das hängt davon ab, aus welcher Quelle es stammt.

Allerdings sollte dann auch auf die Menge der anderen Mineralstoffe geschaut werden und ob sie einem in der individuellen Situation zuträglich sind. In geringen Mengen ist es in tierischen Produkten wie Eier, Butter, Milch und Fleisch vorhanden und in pflanzlichen Produkten in höherer Dosis, vor allem in Vollwertgetreide und Gemüse wie Zwiebeln, Knoblauch, Zuckerrüben, Kartoffeln und Reis.

Kann man Lithium kaufen?

In Deutschland wird es nicht frei verkäuflich angeboten. Es gibt es nur in sehr niedriger (ionisierter) Form und als homöopathische Mittel. Wer Schüßler-Salze kennt und liebt, kann Nr. 16 Lithium Chloratum in D6 oder D12 erhalten.
Wem Lithium medizinisch verordnet wird, bekommt es als Medikament in höherer Dosierung. Dabei ist Vorsicht geboten, denn die richtige Dosierung ist nicht so einfach. Wer selber dosiert und sich nicht an die Vorgaben hält, kann es mit schweren Vergiftungserscheinungen zu tun bekommen.

Quellen

* 1) J. John Mann, Alan Apter, Jose Bertolote, Annette Beautrais, Dianne Currier, Ann Haas, Ulrich Hegerl, Jouko Lonnqvist, Kevin Malone, Andrej Marusic, Lars Mehlum, George Patton, Michael Phillips, Wolfgang Rutz, Zoltan Rihmer, Armin Schmidtke, David Shaffer, Morton Silverman, Yoshitomo Takahashi, Airi Varnik, Danuta Wasserman, Paul Yip, Herbert Hendin: Suicide prevention strategies: a systematic review. In: JAMA. Band 294, Nr. 16, 2005, ISSN 1538-3598, S. 2064–2074, doi:10.1001/jama.294.16.2064, PMID 16249421.

Andrea Cipriani, Keith Hawton, Sarah Stockton, John R. Geddes: Lithium in the prevention of suicide in mood disorders: updated systematic review and meta-analysis. In: BMJ. Band 346, 2013, ISSN 1756-1833, S. f3646, doi:10.1136/bmj.f3646, PMID 23814104.

*2) Leitlinie Cluster-Kopfschmerz und trigeminoautonome Kopfschmerzen der Deutschen Gesellschaft für Neurologie. In: AWMF online (Stand 05/2015)

*3) Fall-Kontroll-Studie in JAMA Psychiatry (2017; doi: 10.1001/jamapsychiatry.2017.2362)
Ärzteblatt https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/77832/Lithium-im-Trinkwasser-koennte-vor-Demenzen-schuetzen 08/2017

Literatur

Lithium – Das Supermineral für Gehirn und Seele: Effektive Hilfe bei: Demenz, Parkinson, psychischen Störungen, Aggressivität, Ängsten, Sucht, ADHS, Über den Autor: James Greenblatt ist einer der Pioniere auf dem Gebiet der integrativen Medizin mit einer über 25-jährigen Erfahrung in der Behandlung von Patienten mit psychischen Erkrankungen. Er ist medizinischer Leiter der Walden Behavioral Care in Waltham, Massachusetts und Professor am Medical School Department of Psychiatry und Dartmouth College Department of Psychiatry.

 

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