Sodbrennen

Sodbrennen – was kann man mit natürlichen Methoden erreichen?

Unter Sodbrennen leiden viele Menschen und das nicht nur an Feiertagen, nach einem opulenten Mahl mit dem Genuss von Alkohol.

Sodbrennen

Sodbrennen – was kann man mit natürlichen Methoden erreichen?

Sodbrennen kann sich zum Dauerbrenner entwickeln und ein Viertel der Erwachsenen soll regelmäßig damit zu tun haben. Meist wird Sodbrennen mit einem Überschuss an Magensäure in Verbindung gebracht, der in die Speiseröhre aufsteigt.

Was genau ist Sodbrennen?

Man bezeichnet den Rückfluss (Reflux) einer Mischung aus Speiseresten, Magensäure und Galle, die aus dem Magen in den unteren Teil der Speiseröhre aufsteigt, als Sodbrennen. Wenn der Reflux krankhaft ist, hängt dies mit einer mangelnden Funktion des Schließmuskels am Übergang der Speiseröhre zum Magen zusammen. Normalerweise öffnet sich der Muskel nur bei Bedarf und verschließt sich danach wieder, um den Rückfluss zu verhindern.

Bei einem Reflux kann der entscheidende Muskel nicht mehr die nötige Kraft zum Verschluss aufbringen. Ein weiterer organisch bedingter Reflux kann mit einem Zwerchfellbruch in Zusammenhang stehen, der sogenannten Hiatus-Hernie. Die Reflux-Krankheit ist also in der Regel begleitet durch das Symptom Sodbrennen.

Es gibt für Sodbrennen auch andere Auslöser. Das opulente Mahl in Verbindung mit Alkohol wurde schon erwähnt. Eine Ernährung mit scharf gebratenen und gewürzten, fetten Speisen, Geräuchertes, säurehaltige Früchte oder Rauchen, Stress und Arzneimittel tragen ihren Teil zur Entwicklung entsprechender Symptome bei. Zu den Medikamenten die Sodbrennen auslösen können, gehören außer Schmerzmitteln, Psychopharmaka, Mittel gegen Asthma und Osteoporose, Antibiotika und Kortison.

Andere Symptome, wie Schmerzen hinter dem Brustbein, Schluckbeschwerden, Halsschmerzen, ständiges Räuspern, Heiserkeit und Reizhusten können ebenfalls auf eine Reflux-Schwäche hinweisen. In diesem Zusammenhang sei erwähnt, dass es auch eine stille Reflux-Krankheit gibt, mit den genannten Beschwerden, aber ohne Sodbrennen. Auch eine Magenschleimhautentzündung kann zu Reflux-Symptomen führen.

Wie genau entsteht Sodbrennen?

Die Magensäure ist eine sehr starke Säure, denn sie besteht aus konzentrierter Salzsäure.    Der Speisebrei wird durch die Magensäure anverdaut, damit die Verwertung im nachfolgenden Prozess einfacher ist. Es werden Keime und schädliche Stoffe abgetötet und potenzielle Erreger gehemmt. Da der pH-Wert des sauren Magensaftes niedrig ist, können Bakterien dort nicht überleben. Die Magensäure ist sehr aggressiv. Die Magenwand ist mit einem durch Nervenzellen produzierten dicken Schleim gut geschützt.

Die Speiseröhre dagegen hat es nicht so gut. Sie ist weitaus anfälliger. Die Magenwand gibt Eiweiß spaltende Enzyme an den Magen ab, vor allem Pepsin.  Seine Aufgabe ist die Eiweißketten in einzelne Peptide zu zerlegen. 

Der Magen stellt vorwiegend nachts die nötige Magensäure her. Die Menge richtet sich nach den Erfordernissen, beispielsweise für die Verdauung, aber auch bei Stress.

Wenn der saure Mageninhalt immer wieder in die Speiseröhre vordringen kann, entsteht eine Reizung der Schleimhaut. Meistens tritt die Entzündung am unteren Ende, also im Bereich zum Mageneingang auf.

Wer nur ab und zu mal Sodbrennen hat, sollte sich keine allzu großen Sorgen machen. Wenn das Brennen allerdings an zwei bis drei Tagen pro Woche auftritt und über einen längeren Zeitraum andauert, dabei möglicherweise durch Schluckbeschwerden oder Aufstoßen begleitet wird, sollte man einen Arzt aufsuchen. Meistens wird dann ein Säureblocker verordnet.

Was kann man selber gegen die Beschwerden tun?

Es gibt einige wirksame Hausmittel und auch die Veränderung des Lebensstils kann dabei helfen. Früher hat man sich mit Natron geholfen. Dieses gibt es als Kaiser’s Natron oder Bullrichsalz noch heute zu kaufen. Die Verwendung dient dazu eine Übersäuerung zu neutralisieren. Auch Heilerde ist traditionell gegen Sodbrennen wirksam. Die enthaltenen Mineralien und Spurenelemente binden natürlicherweise das Zuviel an Magensäure.

Ein weiteres, sehr wirkungsvolles Hausmittel ist Kartoffelsaft. Man bekommt ihn als Frischpflanzensaft im Reformhaus oder macht ihn einfach selber. Dafür braucht man einen Entsafter, vier mittelgroße Kartoffeln und fertig ist der Saft. Am besten sofort verbrauchen, er verliert sonst schnell seine Wirkung. Der Saft schützt die Schleimhaut und beruhigt.

Es gibt einige Heilpflanzen die auch zur Behandlung von Sodbrennen in Frage kommen. Dazu gehören Pflanzen (Schleifenblume und Süßholzwurzel), welche die Entleerung des Magens voran und die Verdauung in Schwung bringen, damit der Speisebrei schneller abtransportiert wird.

Um Schmerzen zu lindern und die Säure zu hemmen, können auch Wermut, Pfefferminze, Melisse und Scharfgarbe verwendet werden. Kamille hat die schöne Eigenschaft die gereizte Schleimhaut zu beruhigen, die Entzündung zu hemmen und Krämpfe zu lösen. Die Produkte gibt es häufig als Konzentrat zu kaufen oder man verwendet sie als Tee. Es gibt die Teemischung Fenchel, Anis und Kümmel. Auch sie hat positive Effekte auf das Sodbrennen. Als Tee zubereitet genießt man diese dreimal am Tag.

Hartnäckige Beschwerden

Bei hartnäckigen Beschwerden kann eine Magenspiegelung erwogen werden, um  schwerwiegende Erkrankungen auszuschließen.

Bei Sodbrennen werden in der Regel Säureblocker verordnet. Alternativen aus der Naturheilkunde bei einer Dauerbehandlung können Alginate aus Braunalgen sein. Sie legen sich um den Speisebrei und hemmen damit den Rückfluss in die Speiseröhre auf fast mechanische Art.

Wenn Säureblocker nicht helfen, könnte es sich auch um einen Gallensäure-Reflux handeln. In dem Fall schließt sich der Magenausgang nicht richtig und es gibt einen Rückstau aus dem Zwölffingerdarm. Pflanzliche Mittel welche die Muskelaktivität im Magen-Darmtrakt und den Gallenwegen unterstützen, wären hier das Mittel der Wahl. Wer Artischocke verträgt kann sie einmal als Präparat oder Saft ausprobieren, möglicherweise verhilft sie zum Erfolg.

Erstaunlicherweise kommt Sodbrennen auch vor, obwohl die Magensäure nicht erhöht ist. Sogar das Gegenteil kann der Fall sein. Ein Mangel an Salzsäure kann zu Symptomen von Sodbrennen führen. Die keimhemmende Funktion bleibt aus und die eiweißspaltende Funktion ist gestört.

Die Folge sind Verdauungsschwierigkeiten, Völlegefühl, Aufstoßen, Übelkeit und erhöhter Druck im Magen.  Um die Verdauung zu stärken, können die Verdauungssäfte durch bittere Kräuter angeregt werden. Es gibt verschiedene, natürliche Produkte wie beispielsweise Heidelberger’s Sieben-Kräuter-Stern, Hildegard Tropfen oder Bitterkraft.

Lebensstilveränderung

Die nachfolgenden Maßnahmen sind etwas für hin und wieder auftretende Beschwerden. Sollten Beschwerden ständig auftreten, dann sollten gravierendere Maßnahmen der Lebensstilveränderung ergriffen werden.

Mit Wärme kann man einiges erreichen. Wer Verdauungsbeschwerden nach dem Mittagessen hat, kann sich mit einer Wärmflasche behelfen. Diese wird mit warmen Wasser befüllt und in ein feucht-warmes Tuch gewickelt. Anschließend auf den Leib legen und ruhen.

Eine weitere Möglichkeit ist eine Rollkur mit Kamillentee. Der Sinn besteht darin, dem Magen die heilende Kraft der Kamille in optimaler Form zur Verfügung zu stellen. Man bereitet sich einen Kamillentee zu und nimmt sich 20 Minuten Zeit. Trinkt einige Schlückchen vom Tee und legt sich auf den Rücken. Nach 5 Minuten nimmt man wieder etwas Tee ein und dreht sich auf die eine Seite, dann auf den Bauch und zuletzt auf die andere Seite. Statt Kamille lässt sich die Kur auch mit eingeweichten Leinsamenschleim machen.

Ohne Medikamente

Wer sich nicht mit ständiger Medikamenteneinnahme und ihren Nebenwirkungen abfinden möchte, kann selbst einiges an seiner Ernährung ändern, um die Beschwerden zu minimieren.

Geräuchertes, scharf Gebratenes und Frittiertes sollten vermieden werden. Auch Süßigkeiten am Abend sind kontraindiziert. Ein frühes Abendessen ist von Vorteil und sollte aus Gemüse und Kartoffeln bestehen. Auch mediterrane Kost ist gut verträglich. Eine anschließender Verdauungsspaziergang könnte zur lieben Gewohnheit werden. Bei Bedarf kann man Bitterstoffe zur Unterstützung der Verdauung verwenden.

Disclaimer:
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Haben Sie gesundheitliche Probleme oder länger anhaltende Symptome, fragen Sie Ihren Arzt um Rat.
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Hinweis:
Nahrungsergänzungsmittel sollten nicht als Ersatz für eine ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung verwendet werden. Ausserhalb der Reichweite von Kindern aufbewahren.