Tinnitus

Tinnitus

Tinnitus, wenn es pfeift und rauscht im Ohr

 

 

 

 

Wenn es pfeift und rauscht im Ohr

Tinnitus aurium kommt von lateinisch tinnire für klingeln und auris, dem Ohr. Damit sind die Symptome, unter denen fast jeder zehnte Einwohner in Österreich, Deutschland oder der Schweiz leidet, schon klar umrissen. Es dreht sich also darum, dass die Betroffenen Geräusche auf einem Ohr oder auf Beiden wahrnehmen, denen keine äußere Schallquelle zugeordnet werden kann und die permanent vorhanden sind.

Es kann sich dabei um eine rauschende, brummende oder quietschende Geräuschkulisse handeln, wobei hohe Pfeiftöne als besonders unangenehm empfunden werden, was aber individuell unterschiedlich ist.

Während die Störgeräusche im Alltag bei einer entsprechenden Lärmkulisse weitestgehend untergehen, werden diese bei Stille oder beim Einschlafen als besonders belastend empfunden. Trotz des meist starken Leidensdrucks für die Betroffenen gelten die Ohrgeräusche nicht als Krankheit, sondern nur als Symptome.

Zwar sind diese Geräusche selbst nicht gefährlich und manche Menschen haben sich sogar damit abgefunden (kompensiert), andere hingegen können diese kaum ertragen. Verursacht durch die dauernden Einschlafprobleme treten Konzentrationsstörungen, Verstimmungen, Depressionen und ernsthafte Erkrankungen auf. Die können die daran Leidenden bis zur Arbeitsunfähigkeit, Isolation und in Depressionen treiben. Da das individuell sehr unterschiedlich ist, ist die Diagnose sehr komplex und es gibt auch nicht nur die eine, wirksame Therapie für alle.

Mögliche Auslöser des Tinnitus

Durch vorangehende Schädigungen der Sinneshaarzellen in der Hörschnecke, die durch massive Lärmeinwirkungen über 85 Dezibel auftreten können. Normalerweise richten sich die Härchen nach einem Knalltrauma, lauter Discomusik oder kreischendem Verkehr wieder auf, je nach körperlicher oder psychischer Verfassung kann sich aber auch ein dauerhaftes Ohrgeräusch etablieren.

Bestimmte Berufsgruppen sind besonders anfällig dafür, was meist auf eine Höreinschränkung oder Hörverlust zurückzuführen ist.

Ein Hörsturz kann von Geräuschen begleitet sein, der aber selbst durch eine Blutminderversorgung im Innenohr entsteht. Sofort verabreichtes, hoch dosiertes Cortison kann den Hörverlust und die Störgeräusche im Ohr bessern.

Auch Grunderkrankungen in Verbindung mit einer Hörminderung wie Altersschwerhörigkeit, Verknöcherung des Steigbügels im Innenohr, Blockaden im Hals-Wirbelsäulenbereich, Schallleitungsstörungen, Verengung der Halsgefäße, Kieferfehlstellungen und großer Stress können Verursacher sein.

Was tun, wenn ein Ohrgeräusch auftritt?

In jedem Fall sollte der HNO-Arzt der erste Ansprechpartner sein, um die Ursachen abzuklären und eine Diagnose zu stellen. Je schneller eine entsprechende Behandlung eingeleitet wird, desto aussichtsreicher sind die Chancen für eine Beendigung der Symptome und um einen chronischen Verlauf entgegenzuwirken. Der HNO-Arzt wird auch andere Ärzte, wie Neurologen und Orthopäden mit einbeziehen, denn Diabetes, Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörungen und Stress können ebenfalls Auslöser sein.

Wenn Tinnitus chronisch ist, was kann man tun?

Dauern die Symptome länger als drei Monate an, spricht man von einem chronischen Verlauf. Das ist eine im Gehirn stattfindende Fehlverarbeitung von gehörten Signalen. Dabei werden Töne von den jeweiligen Menschen unterschiedlich verarbeitet, die eine verschiedene Ausprägung erhalten. Sowohl die Tonfrequenz als auch die Lautstärke können zu einem Leidensdruck führen. Je mehr der Betreffende darauf achtet, desto mehr bestimmen sie dessen Alltag,

der Tinnitus

Bewährte Therapien

Tinnitus-Re-Training-Therapie:

Re-Training ist eine wissenschaftlich anerkannte und von den Kassen bezahlte Therapie. Diese beruht auf der Erkenntnis, dass die im Ohr auftretenden Geräusche beeinflusst werden können. Dabei werden die Betroffenen über die Tinnitus-Beschwerden aufgeklärt und von Ärzten, Psychologen und Hörgeräteakustikern darin angeleitet, die Störgeräusche zu überhören. In Verbindung mit einem Hörtraining, Entspannungsübungen und Verhaltenstherapien soll der Betreffende lernen, mit Stress umzugehen. Hörgeräte kommen nur bei verminderter Hörleistung zum Einsatz.

Tinnitus-Noiser hingegen erzeugen leises therapeutisches Rauschen, das die Störgeräusche im Hintergrund hält. Das ist eine sehr viel versprechende Therapie. Ist eine seelische Erkrankung der Auslöser, hilft eine längerfristige Psychotherapie und spezielle, auf diese Symptome spezialisierte Kliniken.

Neuro-Musiktherapie

Das ist ein ebenfalls hilfreiches Intensivprogramm, das auf eine Umprogrammierung im Gehirn abzielt. Dabei werden die persönlichen Frequenzen der Tinnitus-Töne in medidative Musik eingebettet. Dabei lernt der Patient unwichtige Hörinformationen auszublenden und das Hören der eigenen Töne in meditativer Musik wird zu einer positiven Hörerfahrung. Natürlich müssen solche Therapien Zuhause weitergeführt werden.

Entspannung und Bewegung

Wenn Stress der Auslöser für die Geräusche war, ist eine Veränderung der Lebensgewohnheiten unumgänglich. Gesunde Ernährung, wenig Alkohol, genussvolle Freizeitaktivitäten und gesunde Bewegung sind sehr hilfreich. Rauchen sollte gänzlich vermieden werden, da das die Geräusche im Ohr verstärkt. Isolation und völlige Stille sind kontrainduzierend. Besser sind Aktivitäten, die die Lebenslust des Einzelnen ankurbeln.

Stress geht immer mit einem erhöhten Adrenalin- und Cortisol-Spiegel einher, wodurch auch Ohrgeräusche und eine große Geräuschempfindlichkeit entstehen, was den Stress weiter erhöht und die Betroffenen in einen Teufelskreis führt.

Alternative Erfahrungsheilkunde bei Tinnitus

Therapiebegleitend können auch alternative Heilverfahren eingesetzt werden:

Ginkgo biloba, vor allem wenn auch Durchblutungsstörungen als Mitverursacher in Frage kommen.

Spagyrische Essenzen, die das zentrale und vegetative Nervensystem nachts beruhigen und tagsüber entkrampfen.

Baldrian, Melisse oder Hopfen als Einschlafhilfen.

Weitere wirksame Methoden können sein:

TCM, Akupunktur, Kinesiologie, Homöopathie, Ayurveda, Osteopathie, Craniosacraltherapie, Reset, energetische Kieferregulierung, Facial Harmony (Akupressur der Meridiane), EFT Klopfakupressur und andere Naturheilverfahren werden diesbezüglich angeboten. Das sind Methoden, auf die die einen gut ansprechen und die anderen gar nicht. Da hilft nur das eigene Ausprobieren.

Anregung der Selbstheilungskräfte durch chinesisches Qigong, was die Ohrdurchblutung verbessern und Verspannungen abbauen kann.

Atemtherapie nach Maria Holl, deren Wirksamkeit durch Studien belegt wurde.

Entspannungsmethoden wie autogenes Training und progressive Muskelentspannung helfen bei vielen Erkrankungen und können auch eine Linderung bei Tinnitus bewirken. Diese Kurse werden meist sogar von den Krankenkassen bezuschusst. Etwas Eigeninitiative und konsequentes Training sind aber für eine dauerhafte Wirkung nötig.

Disclaimer:
Die auf dieser Seite bereitgestellten Informationen erheben keine Anspruch auf Vollständigkeit. Sie dienen nicht der Eigendiagnose oder Eigenbehandlung. Sie sind nicht als Therapieanleitung zu betrachten und ersetzen keinen Besuch beim Arzt oder Heilpraktiker.
Haben Sie gesundheitliche Probleme oder länger anhaltende Symptome, fragen Sie Ihren Arzt um Rat.
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Hinweis:
Nahrungsergänzungsmittel sollten nicht als Ersatz für eine ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung verwendet werden. Ausserhalb der Reichweite von Kindern aufbewahren.