Die Erdstachelnuss und die Libido

Wer kennt schon die Erdstachelfrucht?

Tribulus terrestris auch bekannt als Erdsternchen oder Erd-Burzeldorn. Auf jeden Fall wohl die Bodybuilderszene, denn in den letzten Jahren hat sie dort einen gewissen Ruf erlangt, den Muskelaufbau zu fördern.

Erdstachelfrucht

Die Erdstachelnuss und die Libido

In der Traditionellen Chinesischen Medizin gilt sie allerdings schon lange als natürliches Mittel, um die Libido und Potenzkraft anzuregen, aber ihre Wirkung geht wohl noch darüber hinaus. Insgesamt wird die Leistungskraft durch die Pflanze angeregt, und zwar auf allen Ebenen, bei der Arbeit, in der Freizeit, beim Sport und beim Sex. Diese Kraft wird auf die Phytohormone zurückgeführt, denn die hormonellen Substanzen wirken auf Zellen verjüngend ein.

Das Hormonsystem verändert sich durch das Alter und den Lebensstil, nicht alles lässt sich wieder „zurückdrehen“. Was man tun kann, ist unangenehme Beschwerden auszugleichen, Kräfte die nachlassen hervorzulocken und zu unterstützen. Um dies zu tun, können wir uns in der Natur umschauen, was sie uns anbieten kann. Natürliche Substanzen kann der Körper ganz gut vertragen.

Zuhause ist der Burzeldorn ursprünglich in tropischen und subtropischen Ländern Asiens, Afrikas und Südeuropas, sowie dem nördlichen Australien. Er verzweigt sich lang über den Boden und entwickelt tiefgehende Pfahlwurzeln. Das ausgedehnte Wurzelwerk krallt sich förmlich in die Erde und hat eine starke Überlebenskraft.

In Indien lebt die Pflanze auf bis zu 5000 Metern Höhe. Dabei kann sie das ganze Jahr über ihre gelben Blüten ausbilden. Pflanzen die unter unwirtlichsten Bedingungen überleben können, werden zu den Adaptogenen gerechnet. Auch die Erdstachelfrucht gehört dazu. Zudem ist sie mit Dornen bewehrt, ihre Samen sind also nicht leicht zu ernten. Wer sich daran verletzt, muss mit unangenehmen Folgen rechnen.

Wie sieht es mit ihren Inhaltsstoffen aus?

Genutzt wird die ganze Pflanze. Die meisten Wirkstoffe befinden sich in den Samenkapseln und den Wurzeln. Die Früchte sind reich an Linolsäure, Tannin, Peroxidase, ätherischen Ölen, Diosgenin, Chlorogenin, Ruscogenin, Saponoinen, Flavonoiden wie Rutin, Kaempferol und Quercetin und Alkaloiden.

Welches Potenzial hat Tribulus?

Man kann auf viele Studien zurückgreifen, um ihr Potential zu beschreiben. Sie wurden im Labor, also in vitro durchgeführt oder an lebenden Tieren und Menschen, also in vivo.

Wie bereits erwähnt, wird der Erd-Burzeldorn als Adaptogen geführt. Das bedeutet, die Pflanze hat die Kraft Körper und Psyche, die durch Stress überanstrengt sind, auszugleichen. Sie wirkt auf das Nerven- und Immunsystem.
In einer Studie an Tieren wurde ein blutdrucksenkender Effekt beobachtet. Man bringt das in Zusammenhang mit enthaltenen Nitraten, Salzen und ätherischen Ölen.

Zwar steigert Tribulus wohl nicht die Testosteronwerte, wie ursprünglich angenommen, wohl aber die Funktion der Libido. Auch bei erektiler Dysfunktion soll sie einen guten Effekt haben. Spezielle Saponine sind anscheinend dabei die treibenden Faktoren. Sie setzen den Botenstoff Stickstoffoxid frei, der die Durchblutung im Schwellkörper auslöst. Die Pflanzen Maca und Ginseng haben eine ähnliche Wirkung.

Welche Studien zur Erdstachelnuss gab es?

In den 1970er Jahren belegte eine Studie aus Bulgarien mit 212 Männern die Steigerung der Erektionsfähigkeit und des sexuellen Verlangens. Neuere Studien wurden mit Kombipräparaten aufgelegt, z.B. mit der Erdstachelnuss, L-Arginin und Gingko biloba. Die Ergebnisse waren sehr positiv. Ein Problem stellen mangelnde Kontrollgruppen in Studien dar, die die Ergebnisse in Zweifel ziehen können.

Eine Studie mit Frauen, die nach neuesten wissenschaftlichen Kriterien durchgeführt wurde, konnte eine Steigerung des sexuellen Interesses und der erhöhten Empfindungsfähigkeit feststellen. Auch Frauen in der Menopause profitierten davon. Insgesamt konnte eine Verbesserung des Sexuallebens mit Tribulus erreicht werden.

Tribulus kann anscheinend per se keine Muskelmasse aufbauen, jedoch ist es möglich mehr Energie in den Muskeln zu verwerten, als sie im Fettgewebe zu speichern.

Substanzen aus Tribulus terrestris können Enzyme hemmen, die bei der Verwertung von Kohlehydraten und Fetten eine große Rolle spielen. Es gibt Diabetesmedikamente, die ebenfalls ein Enzym hemmen, um eine Blutzuckerverringerung zu erreichen.
Eine interessante Doppelblindstudie mit Diabetikerinnen belegte eine Reduktion des Nüchtern-Blutzuckers, des Langzeitblutzuckers und des Anstiegs des Blutzuckers nach einer Mahlzeit.

Tribulus wurde täglich mit 1g über drei Monate eingenommen. Ein weiterer positiver Effekt wurde auf den Cholesterin-Spiegel festgestellt. Natürlich ersetzt diese Pflanze keine Diabetes-Therapie.

Eine weitere Eigenschaft von Tribulus ist seine pilztötende Wirkung. Er wirkt auch antibakteriell gegen ungünstige Darmbakterien.
Das enthaltene Prohormon DHEA gilt als ein natürlicher Gegner des Stresshormons Cortisol. Der Organismus profitiert davon und erhält die Chance sich zu regenerieren.

Wie wendet man Tribulus an?

Die Pflanze wird gesammelt, getrocknet und dann vermahlen. Man kann sie als Tee kaufen, als Tinktur oder in Kapseln, womit eine gute Dosierbarkeit erreicht wird. Günstig ist eine Kur-Anwendung über drei Monate. Danach macht man eine längere mehrwöchige Pause. Da noch nicht genug Langzeitstudien vorliegen, geht man hier auf Nummer sicher.

Allerdings sind Wechselwirkungen mit Medikamenten nicht ausgeschlossen, weshalb vor der Anwendung mit dem Hausarzt gesprochen werden sollte. Man sollte sich nach den Einnahmeempfehlungen des Herstellers richten, denn eine Überdosierung kann auch bei Naturprodukten zu ungewünschten Nebenwirkungen führen.
Kinder, Schwangere und Stillende sollten auf eine Einnahme verzichten.

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Hinweis:
Nahrungsergänzungsmittel sollten nicht als Ersatz für eine ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung verwendet werden. Ausserhalb der Reichweite von Kindern aufbewahren.