Vitamin K2 – ein unterschätztes Vitamin

Bedeutung der Vitamine der K-Gruppe

K-Vitamine sind fettlösliche Vitamine. Sie sind essenziell d.h. wir müssen diese unserem Körper zuführen. Das K steht für „Koagulation“ das bedeutet, sie sind wichtig für die Blutgerinnung. Man bezeichnet sie auch als Co-Faktoren, da sie GLA-Eiweisse aktivieren und beeinflussen. Ohne diese Aktivierung können die Proteine ihre Aufgaben nicht erfüllen.  Vitamin K1 setzt die Eiweissstoffe, die für die Blutgerinnung und die Fliesseigenschaft des Blutes zuständig sind, in Gang. Das Vitamin K2 aktiviert Proteine, die für Wachstum und für Zellfunktionen verantwortlich sind. Sie sind auch wichtig um Entzündungsprozesse und die Immunabwehr zu beeinflussen.

vitamin K2

Vitamin K2

K-Vitamine spielen für die Aktivierung von Osteocalcin (ein Knochenprotein) und das Matrix GLA Protein eine sehr wichtige  Rolle.

Der Autor Dr. Josef Pies hat den Zusammenhang sehr anschaulich in seinem Buch „Vitamin K2 – vielseitiger Schutz vor chronischen Erkrankungen“ erklärt: „Die Vitamine K1 und K2 sind für den menschlichen Körper unverzichtbare Vitalstoffe: Neben ihrer bedeutenden Rolle für die Zellfunktion und das Immunsystem sind sie essenzielle Bausteine für die Regulation der Blutgerinnung und des Kalziumstoffwechsels.

Neueste Erkenntnisse zeigen, dass Vitamin K2 der entscheidende Schutzfaktor gegen Osteoporose und Arteriosklerose ist. Es kann die gefürchteten Kalkablagerungen an den Blutgefässwänden und Herzklappen verhindern und bereits bestehende Ablagerungen reduzieren. Zudem unterstützt es den Knochenaufbau und erhöht die Knochendichte.

Der Wirkmechanismus dahinter

Vitamin K2 sorgt dafür, dass das Kalzium im Körper nicht in den Arterien deponiert, sondern stattdessen in den Knochen eingelagert wird. Auf diese Weise kann das Vitamin gleichzeitig Osteoporose und Arteriosklerose wirksam vorbeugen und sie sogar rückgängig machen.

Wer profitiert von K2 und was passiert wenn es gemindert ist?

Das Vitamin K2 aktiviert das Protein Osteocalcin und dieses Zusammenspiel ermöglicht eine gute Mineralisierung und Härtung der Knochen. Ist es gemindert oder fehlt es, hat dies eine erhöhte Knochenbruchrate zur Folge. Für die Osteoporose-Prävention spielt dies Geschehen natürlich eine Rolle. Es bedeutet, dass nur die Gabe von Calcium u.U. nicht ausreichen würde. Es muss genügend Vitamin K2 und K1 vorhanden sein, um die Proteine zu aktivieren, damit das Kalzium an der richtigen Stelle fest in die Knochen eingelagert werden kann.

Auch eine zusätzliche Einnahme von Vitamin D3 würde dem nicht abhelfen können. Frauen in den Wechseljahren sollten auf eine vermehrte Aufnahme von K2 über die Nahrung achten. Die Verringerung des Östrogenhaushaltes vermindert auch die Vitamine K1 und K2.

Eine Verminderung des Vitamin K2 kommt auch bei älteren Menschen vor. Leider zeigen sich Symptome erst schleichend und erst sehr spät. Ablagerungen in den Blutgefässen (Verkalkungen) können die Folge sein. Der Grund: K2 sorgt dafür, dass Calcium an den richtigen Orten, also in den Knochen und Zähnen eingebaut wird. Fehlt es, wandert das Calcium im Körper herum und legt sich irgendwo ab. Das führt dann in verhängnisvoller Weise zur Arteriosklerose.

„Vitamin K2 ist wichtig für ein gesundes Herz-Kreislauf-System: Die Rotterdam-Herz-Studie zeigte, dass Menschen, die sich über einen zehnjährigen Beobachtungszeitraum von Nahrungsmitteln mit hohem Anteil an natürlichem Vitamin K2 (mindestens 32µg täglich) ernährten, deutlich weniger Calciumablagerungen in den Arterien und eine weit bessere Herz-Kreislauf-Gesundheit aufwiesen als andere. Das Ergebnis der Studie ist, dass Vitamin K2 das Risiko, eine Gefässverkalkung zu entwickeln oder an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung zu sterben, um 50% reduziert.Entnommen aus Wikipedia Stand 6.2017

Vitamin K2 scheint auch für unser Gehirn profitabel zu sein. In einer Studie mit Senioren, fand man heraus, dass diejenigen mit guten Vitamin-K-Werten, bessere Leistungen im Kurzzeitgedächtnis hervor bringen konnten, als andere Teilnehmer.

Wo findet sich das Vitamin K2?

Das Vitamin K1 findet sich in grüner pflanzlicher Nahrung wie Rosenkohl, Grünkohl, grünen Salaten, Spinat, Schnittlauch, Algen usw.

Der Vitamin K2 Bedarf lässt sich nicht so leicht decken. In kleinen Mengen findet man es in Fleisch, Geflügeleber, Hähnchenbrust, Eier, Lachs, Hartkäse und in Milchprodukten. Dabei weisen gesäuerte Milchprodukte einen höheren Gehalt auf. Das japanische Gericht Natto (fermentierte Sojabohnen) weist den höchsten Vitamin K2 Gehalt auf. So haben auch Veganer die Möglichkeit an Vitamin K2 zu kommen. Allerdings ist der Geschmack sehr gewöhnungsbedürftig.

Alternativ kann man auch zu Nahrungsergänzungsmitteln greifen, wenn man den Geschmack nun gar nicht mag. Diese gibt es in verschiedenen Varianten als Kapseln oder in Öl gebunden, wegen der Fettlöslichkeit des Vitamins K2. Auch mit Zusätzen wie Vitamin D3, Vitamin E, Sango Koralle, Gewürzextrakten und in Hanföl ist es verfügbar. Die Kombination mit Vitamin D ist besonders günstig für Frauen ab 45 Jahren, weil sie eine Voraussetzung für die Aufnahme von Calcium aus der Nahrung ist. Ohne ausreichend Vitamin D ist eine Aufnahme aus dem Darm fast unmöglich.

Vitamin K ist lichtempfindlich, deshalb sollten die entsprechenden Lebensmittel dunkel gelagert werden. Sauerstoff und Hitze machen dem Vitamin dagegen nichts aus. Die Verluste beim Kochen sind gering.

Bei chronischen Krankheiten des Verdauungstrakts oder durch eine lange Antibiotika-Einnahme, kann es sinnvoll sein, Vitamin K zu substituieren, um ein Absinken des Spiegels zu verhindern.

Buchtipp zur weiteren Vertiefung:
Josef Pies – Vitamin K2 – Vielseitiger Schutz vor chronischen Krankheiten, 128 Seiten

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Nahrungsergänzungsmittel sollten nicht als Ersatz für eine ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung verwendet werden. Ausserhalb der Reichweite von Kindern aufbewahren.