Weihrauch

Das Kortison der Natur und Naturheilmittel vieler Völker

Weihrauch

Weihrauch -Kortison der Natur

Weihrauch, lateinischer Name Boswellia, hat speziell im Orient eine Jahrtausende alte Tradition als Heilmittel. Einst war es so kostbar wie Gold, weshalb es neben Myrrhe und Gold eine der Gaben der Heiligen Drei Könige an das neu geborene Jesuskind war. Wer es besass, war reich. Ein Grund dafür war der für frühere Verhältnisse lange Handelsweg und die aufwendige Gewinnung.

Es handelt sich hierbei um das Harz des Weihrauchbaumes, eines Balsambaumgewächses. Durch Anritzen der Boswellia-Baumstämme tritt das Harz an diesen Stellen aus und trocknet an der Luft. Dabei entsteht das bernsteinfarbene Weihrauch-Harz. Die Boswellia-Bäume wachsen in trockenen Gebieten wie dem Osten Afrikas (Boswellia cateri), Südarabien (Boswellia sacra) und Indien (Boswellia serrata). Boswellia wurde zur Einbalsamierung in Alten Ägypten, als Räuchermittel in reichen Haushalten und zum Räuchern in Tempeln und Kultstätten verwendet.

Der Weihrauchgeruch erfüllt bis heute die katholischen und orthodoxen Kirchen des christlichen Abendlandes. Man denke dabei nur an die großen Weihrauch-Schwenkgefäße in Santiago de Compostela.

In der Antike wurde Boswellia bereits von Hippokrates zur desinfizierenden, entzündungshemmenden Wundreinigung, bei Problemen mit der Verdauung und bei Atemwegserkrankungen eingesetzt. Auch Avicenna, der bekannte, aus Persien stammende Arzt des Mittelalters und Hildegard von Bingen empfahlen das Mittel für eine Reihe von Therapien.

Hildegard von Bingen und der Weihrauch

Noch heute gibt es die Hildegard von Bingen Weihrauchcreme zu kaufen, die bei Gelenkbeschwerden aller Art Linderung verspricht. Boswellia serrata geriet durch die Entwicklung künstlich hergestellter Arzneimittel, vor allem Antibiotika und
Cortison, in der modernen Medizin lange Zeit in Vergessenheit. Mit der Entdeckung der aus Indien stammenden ayurvedischen Heilkunde, bei der Boswellia ein fester Bestandteil der Medizin ist, und einer Rückbesinnung auf naturheilkundliche Mittel, wird Weihrauch nun auch in der westlichen Welt immer populärer.

Neue Forschungen

Erst seit wenigen Jahren beschäftigen sich Forscher intensiver mit der Wirkung des Weihrauchharzes. Prof. Dr. Oliver Werz der Friedrich-Schiller-Universität in Jena, ist zumindest von der Wirksamkeit des Weihrauchs bei Krankheiten wie Neurodermitis, Asthma und Rheumatoider Arthritis überzeugt. Mit unterschiedlichen Studien konnten jetzt die Wirkungen des Salai Guggals (traditionelles Heilmittel der ayurvedischen Medizin) bei entzündlichen Erkrankungen untermauert werden.
Die dafür verantwortlichen Inhaltsstoffe sind die Boswellia-Säuren, die in das Entzündungsgeschehen des Körpers eingreifen.

Das sind die positiven, Boswellia serrata nachgesagten Wirkungen:

Bei chronischen Entzündungen:

Die Wirkungen des Weihrauchs bei Entzündungen kannten schon die alten Ägypter. Nun gelang von der Tübinger Universität, Dr. Hermann Ammon, der Nachweis, dass die Boswellia-Säuren die Leukotrien-Synthese hemmen und die ständige Produktion weiterer Leukotrien unterbinden.

So kann ein ständiges Aufflammen neuer Entzündungsherde gestoppt werden. Deshalb setzen naturkundlich ausgerichtete Ärzte und Heilpraktiker gerne auf natürliche Entzündungshemmer wie Weihrauch, vor allem da bei diesen keine ernsthaften Nebenwirkungen zu befürchten sind.

Für die Zeitschrift „Naturarzt“, Heft Nr. 4 von 2007, schrieb Dr. Med. Rainer Brenke, ein Internist und Experte für Naturheilverfahren, für welche Erkrankungen an ihrer Klinik Boswellia eingesetzt wird. Das sind Morbus Bechterew, Colitis Ulcerosa, chronische Polyarthritis, aktivierte Arthrose, Schuppenflechte mit Gelenkbeteiligung, sowie entzündliche Darmerkrankungen. Damit sollen die Entzündungen zurückgedrängt werden, um die Dosis an Kortisonpräparaten oder anderen Arzneimitteln langsam reduzieren zu können.

Denn laut Studien kann das Weihrauchharz im Darmtrakt wirken. Begleitend zur Therapie sollte auch immer die Darmflora gestärkt werden.

Weitere Studien deuten darauf hin, dass Boswellia ebenfalls bei Multipler Sklerose, den Krankheitsverlauf abschwächen kann. Aber die Forschungen stehen da noch am Anfang. Verfügbar ist das Naturheilmittel als Weihrauchpulver, Kapseln oder Öl. Wobei das Öl für die äußere Anwendung auf der Haut oder als Aromaöl für Duftlampen und Aromatherapien gedacht ist.

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Hinweis:
Nahrungsergänzungsmittel sollten nicht als Ersatz für eine ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung verwendet werden. Ausserhalb der Reichweite von Kindern aufbewahren.